Freitag, 27. März 2015

Alan Moore - Der Mann, der den Comic revolutionierte

Alan Moore - Der moderne Schamane


(Quelle: flickr.com)
Dies soll eine sein über Leute, die mich stark in meinem eigenen Schaffen beeinflussen. Vielen Menschen wird dieser Name wenig sagen, auch wenn er in diesem Blog häufig Erwähnung findet. Doch er hat mit Werken wie "Watchmen" oder "V wie Vendetta" buchstäblich Comicgeschichte geschrieben.

(Quelle: Wikimedia)
Genauer gesagt hat er die bebilderte Erzählkunst auf eine neue Ebene gehoben. Comics waren bis in die 1980er Jahre ein Medium für Kinder. Eindimensionale Charaktere und politische Mainstream-Farblosigkeit.

Das änderte erst mit dem Aufkommen von nicht nur künstlerisch, sondern auch erzählerisch wertvollen Werken. Philosophische und politische Geschichten, die die Gedankenwelt um den Höhepunkt des kalten Krieges konservierten und den irreführenden Begriff der "Graphic Novel" auf dem Markt einführten.

Frank Miller bot mit "The Dark Knight Returns" einen neuen düsteren Blickwinkel des "Batman"-Universums und Art Spiegelmans "Maus" öffnete den Weg für tiefgehende Parabeln und entdeckte Comics als Darstellungsmedium für politische und philosophische Inhalte.

Das Durchbrechen von Illusionen mit Illusionen war seit jeher ein Ansinnen von politischen Künstlern. Die neue Generation der Comics hielt tiefere Abhandlungen über die menschliche Psyche bereit, als die simple "Good Guys Win, Bad Guys Lose"-Moral der älteren Superhelden-Comics.

Moore legt Wert auf Intertextualität, bedient sich dabei an klassischer Literatur und schreibt tiefe und moralisch ungebundene Charaktere. Geprägt wurde er stark von den postkolonialen Gedankenwelten seiner britischen Heimat sowie seiner Herkunft aus einer einfachen Arbeiterfamilie.

Sein erstes großes Werk "V wie Vendetta" widmet sich in einer dystopischen "1984"-Version Englands der Kritik an Margeret Thatcher und ihrem Neoliberalismus, der in England endgültig den Strukturwandel besiegelte. Moore arbeitete mit dem Zeichner David Lloyd zusammen und erschuf die ikonischen Figur des "V".

Weltweit bekannt wurde die "Guy-Fawkes"-Maske des anarchischen Helden durch die Verfilmung von den Wachowski-Geschwistern, welche die Charaktere und den geschichtlichen Kontext stark verzerrten.

(Quelle: Wikimedia)
Sein bekanntestes Werk sind wohl die "Watchmen", die sich intensiv mit dem Superhelden-Genre, mit politischen Ideologien, der Comic-Kultur und der menschlichen Fehlbarkeit auseinandersetzten. Die detailreiche Ausarbeitung und künstlerisch wertvolle Umsetzung dieser politisch-philosophischen Studie der menschlichen Natur hat es sogar in die Top 100 der bedeutendsten literarischen Werke der "Times" geschafft.

Wieder stärker auf die britische Identität zugeschnitten ist seine "Avengers"-Reihe über die klassischen britischen Romanfiguren aus dem 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert von Sherlock Holmes bis Captain Nemo. Ein Ensemble an Geschichten, die für den Vielleser gespickt sind mit mehr oder minder offensichtlichen Querverweisen in Dialogen, Bilddetails und Figuren.

Auch philosophisch verkörpert Alan Moore kreative Ansichten zu Schamanismus und Okkultismus, deren Erfüllung er in der Kunst sieht. Er steht den etablierten Religionen ebenso kritisch gegenüber wie dem Materialismus, versucht einen Mittelweg zwischen der Logik der Wissenschaft und der esoterischen bzw religiösen Erfahrung darzulegen.

Let's turn our society to steam ...

@LeO
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