Sonntag, 22. Februar 2015

Kami Episode 2 :)

Kami 2 - Die Maske der Ordnung



Sind doch alle Ordnungen des Menschen darauf eingerichtet, daß das Leben in einer fortgesetzten Zerstreuung der Gedanken nicht gespürt werde.“
-Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Wie die Wellen eines Sturmtiefs drang der Lärm durch die Straßen. Es regnete Konfetti und Kamelle. Die Welt der Narren. Das Mädchen zog ihre rote Strickjacke enger um sich. Der frische Februarwind zog durch eine angeheiterte Menge.
Die Feier wirkte nach, nicht weiter. Sie hatte selten so viel getrunken wie letzten Abend. Der nächste Morgen forderte immer den Preis für die Flucht in den Alkohol.
Kopfschmerzen pochten am Rande ihres Bewusstsein, wohin sie durch die Bässe der Schlager verbannt wurden. Es würde bis zum Abend dauern bis sie wieder vernünftig essen konnte.
Ein älterer Mann hatte sich ein Kleid in Übergroße angezogen und winkte über eine grauhaarige Perücke in die Menge. Etwas drängte sie dazu, dem Trubel den Rücken zu kehren und nach hause zu ihrer Schwester zu gehen.
Es gab natürlich einen Grund zu bleiben und der trug einen Namen. Auf der Party hatte sie Claas getroffen. Ein kleiner Lichtblick in ihren Sorgen. Sie hatten gelacht und getrunken. Sie hatten sich geküsst.
Allerdings war sie sich ihrer Gefühle unsicher. Claas erinnerte sie ein wenig an ihren Ex. Ein Mann, der selbstbewusst war und eine magnetische Aura besaß. Doch das waren sie alle. Liebe war scheiße, denn sie konnte Menschen in Monster verwandeln.
Man könnte meinen, du hättest dich in Kostüme und Masken verguckt, Robin?”
Sie drehte sich um. Es fing an zu tröpfeln und sie zog die rote Stoffkapuze ihrer Jacke über das brünette Haar.
Vielleicht”, erwiderte sie lächelnd.
Sie blickte auf die Maske eines Wolfes. Kaum mehr als der Schatten eines bösen Wolfes, und sie wusste wer sich darunter verbarg. Zähne fletschten sich auf gehärteten Plastik.
Wenn man sie fragte, würde sie sich als Feministin beschreiben. Das änderte jedoch nichts daran, dass sie sich als Frau fühlte, die erobert werden wollte. Seit ihre letzte Beziehung in die Brüche gegangen war, zweifelte sie an ihrem Urteilsvermögen. Im Herzen waren alle Männer gleich. Claas nahm die Maske ab und enthüllte ein hübsches Gesicht. Er hatte dunkles Haar.
Ist etwas nicht in Ordnung?”, fragte er.
Umgeben von Piraten und Clowns, die Schlagern zujubelten, fühlte sie sich unwohl in ihrer Haut.
Ich glaube ich habe zu viel getrunken letzte Nacht”, sagte sie. “Sei mir nicht böse, aber ich werde nach hause gehen. Ich muss nachdenken … über uns.”
Oh … okay”, sagte Claas und zuckte mit den Schultern.
Sie umarmte ihn und er drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Dann band sich Claas die Wolfsmaske wieder um, winkte ihr zum Abschied und ging zu seinen Freunden.
Sie stand auf unnahbare Männer. Das Mädchen drängte sich durch die Menge und stand schließlich in einer verlassenen Seitenstraße. Die Stühle eines Cafés verteilten sich über raues Kopfsteinpflaster - durcheinander gewürfelt wie Scherben auf einer Mülldeponie. Eine grüne Plastiktüte mit einer Rose hatte sich in einem Dornbusch verfangen. Alles wartete darauf, dass der Frühling begann, doch er kam nicht.

Eine Krähe tat sich an den Überresten einer Schachtel zu schaffen. Die Stadt war die Karikatur eines Waldes. Sie dachte über Wölfe nach.

[...]

Das volle Dokument findet ihr hier zum Download, da mich Google keine PDF's hochladen lässt und ich euch keine 27 Seiten am Screen zumuten möchte. 

Falls jemand eine elegantere Lösung kennt, lasst es mich wissen. Ladet es euch herunter, druckt es euch aus und lasst mich wissen, ob es euch gefällt ;)

@LeO
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