Dienstag, 10. Februar 2015

Helmut Seethaler, ein Kommentar

Helmut Seethaler - Österreichs Untergrund-Literat

(Quelle: Wikimedia)

Zetteldichter nennt sich der Familienvater Helmut Seethaler und er hat sich ein Ziel gesetzt: Triste Urbanität ist keine Lösung. Kunst muss im öffentlichen Raum präsent sein. 

Nach einem abgebrochenem Philosophie-Studium widmete er sich dieser Idee und verklebte Zettelgedichte an Laternenmaste, Bäume und Bauzäune der Wiener Innenstadt. Aphorismen und Gedankenlyrik, die dem Zweck dient die eigene Kreativität zu beflügeln und zum Nachdenken anzuregen. Ein respektables Anliegen möchte man als Hobbykünstler behaupten.

Die offiziellen Stellen in Österreich sind allerdings anderer Meinung. Seine Agenda handelte Seethaler 3300 Klagen und Gerichtsverhandlungen wegen Sachbeschädigung ein. Besonders die Beschriftung von Gehsteigen, Säulen und Bauzäumen nahmen ihm die Behörden übel. Typisch bürokratisch, humorlos ...

"Er sei 'Dichter, kein Täter'. Vergeblich: 'Der Tatbestand wurde erfüllt', hieß es."

Die Kontroverse machte ihn allerdings überregional bekannt und namhafte Literaten wie Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Robert Menasse fordern sogar den Literaturpreis für den Untergrund-Literaten Wiens. 
(Quelle: Wikimedia)
Ich jedenfalls halte so manchen Flecken Stadt für verschönerungsbedürftig und diesen Mann für mutig und unterstützenswert!

@LeO
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Kommentare:

  1. "Tiresias - Meinungen über Kunst, Kultur und Gesellschaft: Helmut Seethaler, ein Kommentar"
    - Dank für die Unterstützung des #Zetteldichters !

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