Samstag, 10. Januar 2015

Kritik: The World's End (Das Ende der Welt)

Eine Reise zum Ende der Jugend und zurück




"The World's End" ist eine Komödie von Regisseur Edgar Wright und Drehbuchautor Simon Pegg, die bisher mit witzigen, aber eher unspektakulären Filmen aufwarteten. Dieser Film des britischen Duos ist anders.
Inhaltlich geht es um die Midlife-Crisis eines Mannes, um Gary King, der den Ruhm seiner Jugend wieder aufleben lassen will. Er trommelt seine alten Freunde zusammen, nur um festzustellen, dass alle sich verändert haben und gefestigt im Leben stehen. Nur er, der coole, den damals alle den "King" nannten, ist der Alte geblieben und er muss feststellen, dass der Ruf des Rebellen nur in der Jugend gefragt ist und seinen Glanz verliert sobald die Zeit voranschreitet.
Mit vielen Lügen gelingt es Gary seine alten Freunde zu überreden, sich in ihrer alten Heimatstadt in Erinnerung an die guten alten alten Zeiten noch einmal gründlich zu betrinken. Dort müssen sie feststellen, dass auch hier - auf den zweiten Blick - nicht alles beim Alten geblieben ist.
Bei "The World's End" handelt es sich um eine überaus clevere Gesellschaftssatire, die Ansätze des Zombiefilms und der außerirdischen Invasion nutzt, um Stellung zum Gedanken der Freiheit in unserer Moderne zu nehmen. Dabei driftete sie nie in den Vulgärhumor ab, setzt stattdessen auf Dialog, Charaktere und bildlichen Andeutungen.
Macht der Kapitalismus uns wirklich frei oder versklavt er uns noch schlimmer als es die Religionen und Ideologien taten? Wie formt die Leistungsgesellschaft einen Menschen und seine Träume und sind Konsum und Karriere als einziges Lebensziel wirklich erstrebenswert? Und rechtfertigt die Ambivalenz der Moderne es, alles über Bord zu werfen, sich gegen das System aufzulehnen und das etablierte System in einer Rebellion kaputt zu schlagen? Wer hält tatsächlich die letzte Weisheit: Der Rebell, der Angepasste oder der moderate Reformer? 
Anspruchsvoll fürs Hirn und mit viel Witz für das Herz. Der Film behandelt des schwierige philosophische Thema mit cleverem Humor, wartet mit starken Charakteren auf und vermittelt Geschichte und Botschaft in symbolgeladenen Bildern. Ein Streifen, der - meines Erachtens nach  -"Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" der gleichen Macher weit in den Schatten stellt und mehr Aufmerksamkeit verdient.

 @LeO
____________________________________________________________________________________

Mehr erfahren?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen