Sonntag, 18. Januar 2015

Kritik: The Town - Stadt ohne Gnade



Es klingt nach einem 08/15-Actionfilm. Ben Affleck spielt in diesem rasanten Thriller Hauptrolle und Regisseur zu gleich und beweist abermals, dass er in beiden Positionen durchaus Talent besitzt. Bei "The Town" handelt es sich nicht nur um einen visuell beeindruckenden Thriller, sondern auch um eine tiefe Charakterstudie von organisierter Kriminalität und Beziehungen in der Unterwelt. Klischees und Oberflächlichkeit werden vermieden. Die Bankräuber werden als Menschen repräsentiert, deren Handlungen man nachvollziehen, wenn auch nicht verstehen mag.
Der Inhalt versetzt uns in die Unterwelt von Charlestown, Boston, und dreht sich um die Bande von Doug MacRay (Ben Affleck), die für den als Blumenhändler getarnten Crime-Lord Fergie (Pete Postlethwaite) Banken ausraubt. Das Klima wird angeheizt durch den determinierten FBI-Agenten Adam Frawley (Jon Hamm), der alles dafür tut um die Bande festzusetzen und dafür auch nicht vor psychologischem Druck und Drohungen zurückschreckt. Bald stellt sich heraus, dass Doug genau wie sein Vater ein Gefangener dieser Schattenwelt ist, in die er geboren wurde und aus der er sich nur schwer herauszukämpfen vermag. Zudem sorgen die Stockholm-Syndrom Beziehung von Doug und Claire Keesay (Rebecca Hall) und die eiserne Brüderlichkeit zwischen MacRay und James "Jem" Coughlin (Jeremy Renner) für Konflikte.
Die Charaktere und die Bilder tragen diese tragische Geschichte über Freundschaft, Verrat, Liebe und Willen. Der Film vermittelt - in der Tradition der Martin Scorsese-Filme, aber mit düstererem Touch -einen tiefen Einblick in die Strukturen und Beziehungen innerhalb einer mafiösen Organisationen und versucht Antworten auf Fragen zu finden, warum Menschen in die Kriminalität abgleiten und ob sich da wirklich eine klare Grenze zwischen Gut und Böse gibt.

@LeO
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