Donnerstag, 4. Dezember 2014

Kritik: The Mazerunner (Die Auserwählten im Labyrinth)


Es begann mit Harry Potter. J. K. Rowling und ihre Regisseure schafften es nicht nur ein funktionierendes Franchise aufzubauen, dass Kinder bis in das Erwachsenenalter in Buch und Film begleitete, sondern auch einen neuen Trend zu setzen, der das Mainstreamkino beherrscht. Die Geldquelle unseres Jahrhunderts bzw die Bereitschaft es für überteuertes Popcorn im Kino auszugeben liegt nun mal in den Taschen der 11-20jährigen.
Also klicken die Zahnräder in den amerikanischen Studios und die Maschinen der Produzenten suchen ständig nach neuem Futter. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. "Harry Potter", "Herr der Ringe", "Der Hobbit" und "Tribute von Panem" sind großes Kino mit einer ambitionierten Crew, die dahinter steht. Zumindest wenn man direkte Vergleiche mit den Büchern vermeidet.  Anderes funktioniert, weil es simpel und einlullend ist wie das "Twilight-Franchise" und all seine Ableger. Auch wenn es sich um schlecht konstruierten Plot und langweilige Charaktere handelt, die Regisseur fürs Teenie-Girlie-Publikum mit dem triefenden Butterstift der Romantik aufpeppte oder besser gesagt die Schwächen verschmierte.
Währenddessen eroberte sich das Fernsehen den Spielplatz für erwachsene Unterhaltung zurück. Diese Entwicklung bringt Vorteile und Probleme mit sich. Natürlich freut es den Zuschauer den Helden seiner Kindheit auf die Leinwand folgen zu können, doch die zwanghafte Franchise-Bildung tötete schon manchen guten Absatz.

Ein gutes Beispiel dafür ist "Die Auserwählten im Labyrinth". Ein Film, der stark beginnt und auch stark aufhört, zumindest wenn man es bei einem Ende belassen hätte, das nicht so krude ist und aus dem die Geldgier der Filmmagnaten spricht. Starke Anleihen an "Der Herr der Fliegen", ein clevere Sci-Fi-Neuinterpretation des altgriechischen Labyrinth-Mythos und Charaktere, die man mag und die glaubhaft von den jungen und - bis auf Thomas Brodie (Game of Thrones) - unbekannten Darstellern verkörpert werden.
Der grimmige Beton-Efeu-Look eines postapokalyptischen Videospiels - der mich mehr als oft an meine Universität erinnerte - gibt der Geschichte eine erfrischende Note, ohne dabei zu düster zu werden. Wie auch immer. Das scheint dem Regisseur gegen Ende zu Kopf gestiegen zu sein. Die Auflösung, die der Zuschauer sehnsüchtig erwartete und clever aufgebaut wurde, beginnt stark und endet verwirrend und enttäuschend.
Es wäre ein guter Film gewesen, wenn man ihn 10 Minuten eher hätte enden lassen. Zumindest meine Meinung nach, aber Kunst ist ja Geschmackssache.

@LeO

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