Montag, 15. Dezember 2014

Kritik: Der Hobbit III - Die Schlacht der fünf Heere (The Hobbit III - the battle of the five armies)



Das Filmjahr 2014 neigt sich dem Ende zu. Nach dem grandiosen neuen Panem und dem mäßigen aber unterhaltsamen Maze Runner ging es schließlich in den großen Blockbuster von Zack Snyder ... äh Peter Jackson.
Zwei Stunden in triefende Länge gezogene Dramatik, unterbrochen durch Schlachtenszenen und der ein oder anderen guten Sterbeszene in Mittelerde-Optik. Eine Zusammenstellung, die den Zuschauer eine erfrischende Werbepause herbeisehnen ließ. Da waren selbst Sucker Punch und 300 im Vergleich Filme mit tiefer Story. Und immerhin waren die blutiger.

Letztendlich kommt es mir so vor, als hätte Peter Jackson einen Sommer damit verbracht Starcraft, Warcraft und Diablo zu suchten. Da verbünden sich die bleichen Orks mit Zerg-Nydus-Würmern, fällt Gold aus zerschlagenen Tontöpfen und kämpfen Helden auf unterschiedlichen Karten ... äh Umgebungen gegen Diablo-Bossgegner. Nicht zu vergessen die Loot-Verteilungsdebatte am Anfang des Films oder die Szene, in der sich Thorin mit seinen inneren Dämonen konfrontiert sieht. Gut, eigentlich eine der wenigen wirklich starken Szenen dieses Fantasy-Hack&Slays ohne Blut, handelte es sich dabei nicht um ein Ripoff von Arthas' Aufstieg zum gefrorenen Thron, mit dem Warcraft 3 endete. Nebenbei läuft noch Dialog, der so schlecht ist, dass er von Wannabe-Shakespeare George Lucas hätte stammen können.
Andererseits musste er auch irgendwie die gefühlt verbleibenden 20 Seiten Buch in einen abendfüllenden Film aufblasen, aber das hätte man auch mit Charakterentwicklung oder zumindest mit mehr Smaug-Szenen machen können, der ein ziemlich kurzes und unrühmliches Ende wegen akuter Monolog-Krankheit fand. Was eine Verschwendung von Benedict Cumberbatch. 

Die Elben-Zwerg Beziehung wirkt immer noch lachhaft. Potenzielle Spannung kann gar nicht erst aufkommen, weil die Action-Szenen sich auf "Charaktere" fokussieren, von denen man aus der "Herr der Ringe" sowieso schon weiß, dass sie überleben werden. Die flotten Tode einiger der neuen erreichten da dann auch schon niemanden mehr. Nun gut sie kamen auch im Buch nicht vor. Greenscreen-Armeen gab es dafür reichlich, die CGI-Experten scheinen dabei auf eine Art Singularität gestoßen zu sein, denn die Größe und Zusammensetzung von Elfen-, Menschen- und Zwergenheeren wechseln von Bild zu Bild. Der letzte Rest Ernsthaftigkeit verblasst dann mit den dramatischen Befehlen von Heerführern auf Bergen, Gipfeln und Mauern, die unter keiner Biegung der physikalischen Gesetze auf dem Schlachtfeld hätten verstanden werden können. Oh, und natürlich werden unsere Helden wieder durch die Adler gerettet.

Allein die Auktion von Beutelsend am Ende brachte wieder ein wenig "Herr der Ringe"-Feeling in dieser Uwe Boll "Schlacht um Mittelerde - Das Game"-Verfilmung. Master Jackson ich hatte wirklich keine hohen Ansprüche, aber von einem Erste-Klasse-Regisseur hätte ich doch mehr erwartet, als ein auf FSK 6 getrimmtes Monsterschlachtfest ohne glaubhafte Charaktere oder Geschichte. 
Wer Fantasy liebt wird es sich trotzdem ansehen, auch wenn der Streifen meiner Meinung nach Geldmacherei ohne Seele ist. Immerhin wird das wohl fürs Erste der letzte Griff in die Taschen von Tolkienfans gewesen sein. Für künftige Fantasy bleibt nur zu hoffen, dass sich der frische Wind, den Game of Thrones ins Genre brachte, nicht wieder legt.

@LeO

Kommentare:

  1. Naja, das ist schon etwas sehr weit hergeholt.
    Zum einen, da die Bücher, also Fakten, schon wesentlich länger als Starcraft und Co. existieren.
    Zum anderen ist das Buch "Der Hobbit" nicht mit der Herr der Ringe Trilogie zu vergleichen.
    Es ist ein Kinderbuch! Dieses Buch hat Tolkien für seine kleinen Kinder geschrieben - wer hier ein 2. Herr der Ringe erwartet, der geht schon vollkommen falsch daran.
    Natürlich gibt es 3 Teile, weil man so viel an Möglichkeiten von Tolkien bekommt und als Filmkonzern ist es normal eine "Fortsetzung" so auszurichten, dass diese ein Kassenschlager wird....aber wann wird es ein Kassenschlager? Genau - wenn man die Fans bedient und zusätzlich noch die unbefangene Masse anspricht.

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    1. Du hast natürlich recht. Es ging mir in diesem Kontext auch eher um die filmische Umsetzung durch Peter Jackson als um das Buch an sich. Dass Kinderbücher anders sind, ist mir auch bewusst.
      Vielleicht habe ich mich da auch falsch ausgedrückt, weil ich das Buch nur von Leuten kenne, die es gelesen haben und selbst noch nicht dazu gekommen bin. Aus der Perspektive des Filmkritikers hätte ich diese Dinge zu bemängeln. In Hobbit I und II hat es ja auch funktioniert :)

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  2. Wirklich tolle Bilder :)

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    http://momentaufnahmenblog.blogspot.co.at/

    Vielleicht willst du mir ja Feedback dalassen?
    Ich freue mich auf deinen Besuch.
    Liebe Grüße

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    1. Danke für den Kommentar Katja,
      habe ich gemacht, gefällt mir gut, ist allerdings nicht so mein Thema,
      LG Leif

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