Donnerstag, 6. November 2014

Warum Christopher Nolan einer meiner Lieblingsregisseure ist



Das Kinojahr 2014 ist bald wieder rum und wie üblich gibt's die fetten Happen gegen Ende. Auf "Tribute von Panem" freut man sich, weil "Catching Fire" bombastisch gut gewesen ist, und der Hobbit III schaut man sich an, weil man sich Mittelerde, Tolkien und den brillanten Schlachtenszenen und visualisierten Monstern von Peter Jackson und Weta verpflichtet fühlt - Auch wenn das Skript nicht das Beste und das Aussaugen der Vorlage des Geldes wegen fragwürdig ist.

Freuen können sich auch die Fans des typisch dunklen Christopher Nolan - Charmes. Interstellar wird der nächste Film mit dem typisch dunklen Nolan-Charme, der neben Alan Moore auch einer meiner Hauptinspirationsquellen für mein eigenes Werk ist. (Ja, das sind Comics und Kino, die wenig und gleichzeitig viel mit Literatur gemein haben)

Warum? Schlichtweg, weil er das Potenzial seines Mediums wie nur wenige vor ihm bis zum letzten Tropfen nutzt. Seine Welten, Charaktere und Storys fesseln einfach und saugen den Zuschauer buchstäblich ein. Das zeigen vor allem seine älteren Filme. Wer erinnert sich nicht mit einem Schaudern an den tragischen Twist in "Memento" oder an die fesselnde Romanadaption von "The Prestige", die mit dem Stoff und den Fragen über die Grenzen von Magie und Wirklichkeit meiner Meinung nach sogar besser umgeht als die Vorlage von Christopher Priest. Oder an Inception, das uns in die Welt der Träume entführte.
Und natürlich last but not least das Franchise, dass ihn berühmt machte. Das Revival des ernsten Comic-Films, von dem man glaubte, er wäre nach Schumachers Batman und Robin an akuter Lachhaftigkeit von Nippelkostümen und Batmankreditkarten nach kurzem Kampf krepiert.

Der Erfolg der neuen "Batman"-Filme - wo vor allem die brillante Darstellung des Jokers durch Health Ledger im Gedächtnis blieb - färbte auch auf andere Comicverfilmungen ab. Standen "Spiderman" 1, 2 und "V for Vendetta" vor Nolan als gelungene Adaptionen noch recht allein da, sieht man den verdunkelnden Einfluss mittlerweile in jedem Werk, das für die Leinwand aufbereitet wird. "Captain America - The Wintersoldier", "Kick-Ass" und "Guardians of the Galaxy" zeigen wie sehr das Kino von dieser Entwicklung profitiert, wobei die Letzteren auch noch einen erleichternden Schwung Humor in die ernster und düsterer gestaltete Welt bringen. Dass das auch mächtig in die Hose gehen kann zeigt wiederum Amazing Spiderman 2, der anspruchsvoll sein wollte aber trotz Jamie Foxx zu absolutem Trash mit schrecklichem Skript und hohlen Charakteren mutierte.

Dennoch eine anspruchsvolle Entwicklung, die zum Nachdenken und Reflektieren von Heldenfiguren anregt. Ich bin gespannt auf "Interstellar" und mache mich jetzt auf den Weg in die Stadt.

@LeO

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