Montag, 10. November 2014

Kritik: Interstellar




Interstellar läuft seit kurzem in den deutschen Kinos und ich habe ja auch schon einen vorfreudigen Artikel über Christopher Nolan Filme und seinen Stil geschrieben. Als ich das Sci-Fi-Drama am Freitag dann sehen durfte, war ich noch unschlüssig über ein Urteil. Trotzdem würde der Nolan-Fan in mir dem Film gerne ein A mit Sternchen geben, deswegen habe ich den Plot über das Wochenende erst einmal sacken lassen und bin schließlich zu einem Schluss gekommen.

An "Inception", "The Dark Knight", "Memento" und "The Prestige" kommt dieser Streifen nicht heran. Dazu ist das Puzzle zu verwirrend und nicht so logisch strukturiert wie andere seiner Werke - auch wenn die Bilder, die Dialoge und der Cast wieder einmal erste Klasse sind. Der grandiose Michael Caine zeigt sich wieder mal als weiser Mentor. Auch die anderen Charaktere bleiben glaubhaft, allerdings manchmal etwas zu stur für meinen Geschmack. Das streift allerdings den Kern der Botschaft dieses Films, die in wunderbar erzählten Versen verdichtet wurde. Die Zeilen begleiten den Zuschauer von Anfang bis Ende und wirken nie fehl am Platze.

Bei "Interstellar" handelt es sich vor allem um einen Film, der zum Mitdenken ermutigt oder besser gesagt geradeheraus darauf besteht. Es gibt nur sehr wenige Filme, die es wagen moderne Physik so stark bildlich aufzubereiten und einem breiteren Publikum zu präsentieren. Es geht um die interessanten Fragen unserer Wirklichkeit, des Alls, der Raumfahrt und das große Rätsel der schwarzen Löcher, das Christopher Nolan mit viel Fantasie zu beantworten versucht.

Letztendlich bleibt "Interstellar" ein Film, auf den man sich sehr stark einlassen muss ähnlich wie bei "Das Kabinett des Dr. Parnassus" von Terry Gilliam oder "Cloud Atlas" von den Wachowski-Brothers. Ein guter Film nichtsdestotrotz meiner Meinung nach, aber ich weiß nicht ob viele Leute diese Ansicht teilen werden. Sehenswert.

@LeO

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