Sonntag, 30. November 2014

Buchkritik: His Dark Materials - Northern Lights ( Der goldene Kompass)



"His Dark Materials" ist eine Jugendbuchreihe vom britischen Autoren Philipp Pullman, die vor allem durch eine pointiert antiklerikale Haltung und einen hinterfragenden Blick auf kirchliche Weltkonzepte glänzt.

Das erste Buch "Northern Lights" befasst sich mit dem Mädchen Lyra Belaqua, das es - um ihren besten Freund und andere Kinder zu retten - mit den sogenannten Gobblern aufnimmt. Dabei handelt es sich um ein Ministerium im Korpus der Kirche, das Kinder entführt um an ihnen Experimente durchzuführen. Geleitet wird die Anlage von der verführerischen und charmanten aber genauso durchtriebenen Mrs. Coulter. Alles scheint mit dem mysteriösen "Staub" (orig. Dust) und Brücken in andere Welten zu tun zu haben. Lyra mit ihrem Alethiometer nimmt die Verfolgung auf, findet in Gyptern, Hexen, dem amerikanischen Aeronauten Lee Scoresby und dem gepanzerten Bären Iorek Verbündete auf der Reise in den hohen Norden.
Eine Reise, die vom Anfang in England bis zum Finale in Bolvangar und der Eisfestung der gepanzerten Bären Svalbard spannend dargestellt und liebevoll ausgearbeitet wird. Der Leser wird in die Handlung hineingezogen, als Lyra durch eine Verkettung von Umständen ein geheimes Treffen der Gelehrten vom Jordan College, dem Oxford in unserer Welt, belauscht. Wie das Mädchen will der Leser wissen, was es mit Lyras Onkel Asriel auf sich hat, mit der Aurora und dem Staub, der Gelehrte wie Kleriker ganz verrückt macht.
Der goldene Kompass ist eines der wenigen Jugendbücher, das sehr kritisch mit der klerikalen Komponente von Religion umgeht und gleichzeitig Ideen des "Steampunk", schamanistische Magie und parallele Universen einbindet. Pullman konzipierte die Geschichte als humanistischen Gegenentwurf zur christlichen Erweckungsmetaphorik in "Die Chroniken von Narnia" von C.S. Lewis und das ist ihm auch gelungen. Der Titel im englischen Original "His Dark Materials" ist eine Anspielung auf John Miltons episches Gedicht "Paradise Lost", das sich mit dem Teufel und dem menschlichen Sündenfall beschäftigt. Pullmans Intention war diesen Konflikt umzudrehen.
Im Vorwort zitiert er einen Kommentar William Blakes über das Gedicht Miltons: "The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil's  party without knowing it." - Der Grund, warum Milton in Fesseln schrieb, wenn er von Engeln und Gott sprach und in Freiheit, wenn vom Teufel und der Hölle ist, weil er ein wahrer Poet war und auf der Seite des Teufels stand ohne es zu wissen.

Die Welt, in der die Figuren leben, an sich ist schon faszinierend.  Zum einen tragen die Menschen ihre Seele nach außen sichtbar als Daemon mit sich, was auf die vorchristliche griechische Bedeutung des Wortes anspielt. Dort ist ein Daimon eine Kraft der Seele. Ein Geist, der eine warnende oder mahnende Stimme sein konnte, aber auch ein Verhängnis. Die Daemonen von Kindern besitzen im Buch die Fähigkeit sich in beliebige Formen zu verwandeln bis sie sich in der Pubertät in einer festen Form manifestieren. Die äußere Erscheinungsform dieser Wesen ist das Bild eines Tieres. Eine Idee, welche den griechischen Sinn des Wortes mit der schamanistischen Lehre um die Geisttiere verbindet. Visualisierung dieser Verbindung sind die Hexen um Serafina Pekkala und der Schamane Grumman, der sich im zweiten Band als John Parry herausstellt.
Eine nette ästhetische Idee ist zudem die magische Umbenennung von für uns trivialen Dingen wie Öl und Elektrizität, was die "fremde Nähe" dieser Welt und die Idee der Multiversen weiter ausschmückt.
Sprachlich ist das Werk um Längen nicht so stark wie etwa George R. R. Martins "A Song of Ice and Fire" (Das Lied von Eis und Feuer) oder Richard Adams' "Watership Down" (Unten am Fluss), was aber auch an der Entstehung liegen mag, da Pullman wie auch Stephen King ein Verfechter des "Einfach-Drauf-los-Schreibens" ist. Das muss nicht immer schlecht sein wie beide Autoren auch beweisen, führt aber mitunter zu Längen und Plot-Hängern.
Dennoch handelt es sich um eine gelungene Geschichte über das Erwachsen werden und das Erkennen der nicht ganz so einfachen Natur von Gut und Böse, die wichtige Botschaft in sich trägt.

@LeO

Donnerstag, 27. November 2014

Kritik: Tribute von Panem - Mockingjay 1



Die Panemreihe darf schon zwei gelungene, wenn auch nicht großartige Filme ihr Eigen nennen. War der erste Streifen qualitativ eher mittelmäßig - eine jugendgerechte holzige Teenagerromanze verpackt in eine Neumischung von "Battle Royal" und "The Running Man", zeigte sich die Fortsetzung "Catching Fire" schon deutlich tiefer und was Bild, Atmosphäre und Charaktere an ging entwickelter.



Mockingjay setzt diese Entwicklung fort und verpackt sie in einem intensiven und unterhaltsamen Film. Neben dem zentralen Beziehungsdreieck zwischen Peeta, Katniss und Gale gelingt es dem Film bedrückend ehrlich die Brutalität des aristokratisch-totalitären Kapitols darzustellen. Ohne die Integrität und Glaubhaftigkeit der Charaktere zu beschädigen oder in das Disney-Klischee der schönen Guten und hässlichen Bösen zu verfallen. 
Desweiteren werden philosophische und politische Fragen gestellt, die eher in die Tradition der "V wie Vendetta"-Verfilmung der Wachowski-Brothers fallen und untypisch für einen Mainstream-Film sind. Wie weit kann/muss man die eigene Integrität verraten, wenn man für eine gerechte Sache steht, aber mit einem übermächtigen und rücksichtslosen Feind konfrontiert ist. Der Streifen ist auch hier kompromisslos. Propaganda wird von Anfang an Propaganda genannt. Die entstehenden Filmchen entsprechen auch soweit dem Klischee, wenn man es mit dem Material von linken, rechten oder religiösen Extremisten vergleicht. Beschönigungen von einem heroischen Kampf für das Gute werden mit dem Schüren von Hass gegen das Böse verbunden. Als "Mockingjay" zieht Katniss Menschen sowohl aus dem Kapitol als auch aus den verschiedenen Distrikten an sich. Ein bewertendes Urteil wird nicht gefällt, die Entscheidung bleibt dem Zuschauer überlassen. 
Die Antworten des Kapitols sind ebenso eine Mahnung. Eine Aufforderung auch offiziellen Medien zu hinterfragen, aber nicht zu dämonisieren. Der gefangene Peeta wird als Waffe gegen die Rebellen instrumentalisiert und gezwungen sich öffentlich für das Kapitol auszusprechen. Informationen werden verschwiegen und Exempel durch Exekutionen, Bomben und Kugeln klar gestellt.
Der Film zeigt wie stark jeder Krieg nicht nur mit Feuer und Metall sondern auch mit Stift und Bild geführt wird. Die visuelle Verkörperung dieser Konflikte ist wohl die Regisseurin der Propaganda-Filmchen Cressida, deren Kopf auf einer Seite kahl geschoren und mit schwarzen Ranken tätowiert ist und deren blondes Haar auf die andere Seite gekämmt wurde. Die Grenze zwischen beiden Hälften markiert eine Art geflochtene Trennlinie. Die blonde Kaskade, die wie ein Vorhang über ihre nicht tätowierte Schulter fällt, steht für die Darstellung während der kahle Teil die Realität vertritt. Leben wird der Figur durch Natalie Dormer eingehaucht. Die Britin präsentierte ihren Körper bereits als Margaery Tyrell in HBO's "Game Of Thrones". Die Geschichte um den Mockingjay wirft uns in die graue Welt der Ideologien und ihre Verknüpfung mit Gewalt, Angst, Instrumentalisierung und Selbstaufopferung.


Mitten darin sehen wir wie Katniss zwischen den Fronten zerrissen wird. Endlich kann man Jennifer Lawrence ihr volles Talent ausschöpfen sehen, indem sie dem in den Vorläufern eher holzigen Charakter der Katniss Everdeen eine Tiefe verleiht, die emotional zerrissen und glaubhaft zu gleich wirkt. Das reicht von eher witzigen Szenen wie beim Dreh des ersten Propagandavideos für die Rebellen, als die Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence die schlechte Schauspielerin Katniss spielt, bis zu sehr emotionalen Szenen wie ihre Heimkehr in den zerstörten Distrikt 12, von dem nichts mehr als Trümmer und verbrannte Skelette übrig blieben. Auch der restliche Cast vereint abermals bekannte Namen. So verkörpert Donald Sutherland erneut den kompromisslosen Präsident Snow. Julianne Moore gibt ein überzeugendes Bild von dem farblosen Charakter der Anführerin von Distrikt 13 Coin und Philipp Seymour Hoffmann verleiht Plutarch Heavensbee einen überzeugenden Auftritt. Leider verstarb der Schauspieler vor Ende der Dreharbeiten und das Filmteam gedenkt seiner am Anfang der Credits.
Visuell wurde im Vergleich zu den Vorgängern abermals ordentlich aufgerüstet. Die Kamera fängt die Stimmungen der Charaktere und Bewegungen ein, sei es nun während Katniss' undGales Jagdausflug im stillen Wald, im zerstörten Distrikt 12 oder die bedrohliche Spannung während des Bombenangriffs auf Distrikt 13. Die Übergänge vollenden die düstere Emotionalität des Plots. Der einzige Kritikpunkt wäre für mich der Franchise-Cliffhanger der aus der Spaltung der Materials resultiert.

Andererseits eine gelungene Adaption von Suzann Collins Sci-Fi-Dystopie, die auch Stellung zu nach wie vor aktuellen politischen Bedrohungen nimmt.

Mittwoch, 26. November 2014

Jurassic World Trailer - Erste Eindrücke



Jurassic Park ist einer der Filme, die in Erinnerung geblieben sind und bei einer ganzen Generation von Jungen eine Obzession für Dinosaurier ausgelöst hat (Mich eingeschlossen). Auch wenn die Filme unnötigerweise stark von der Buchvorlage abweichen, sind sie immer noch sehenswert. Seit kurzem ist der Trailer für den angekündigten Jurassic Park 4, der unter dem Titel "Jurassic World" anlaufen soll. Der kleine Einblick macht Hunger auf mehr, auch wenn mir das CGI der Riesenechsen nicht wirklich gefällt. Da hätte ich mit dem Technikfortschritt bis heute mehr erwartet. Hoffentlich lässt niemand George Lukas ans Drehbuch :S

@LeO

Donnerstag, 20. November 2014

Kritik: Blau ist eine warme Farbe (La vie d'Adéle - chapitres 1&2)




Erotik war immer ein schwieriges Thema im Film und wird bei aufkommenden Diskussionen zu unrecht häufig in den Vordergrund gestellt. Einen Film wie diesen hätte man wohl nie in Deutschland drehen können, dazu braucht es einen laizistischen Staat wie Frankreich.
Auch wenn "Blau ist eine warme Farbe" dort nicht unumstritten blieb, wohl gemerkt weil die Arbeitsbedingungen am Set katastrophal gewesen seien und nicht wegen dem offenen Umgang mit nackten Körpern. Im Zentrum der Kritik stand der perfektionistische Regisseur, der auch mal 100 Takes von derselben nahm und den Schauspielern alles abverlangte. Später sprachen die Hauptdarstellerinnen jedoch davon stolz auf ihre Leistung und den Film zu sein. Die Auseinandersetzung zwischen Schauspielern und Regisseur endete letztlich damit, dass alle drei separat die "goldene Palme" in Cannes erhielten - und das zurecht.

Bevor man diesen Film unvoreingenommen betrachten kann, muss man sich etwas klar machen. Ich bin ein starker Verfechter davon Pornografie und Erotik als Begriffe zu trennen. Die Darstellung von Sex oder der Schönheit eines hüllenlosen Körpers ohne vulgäre Darstellung von Geschlechtsorganen ist für mich erotisch und kann Kunst (MIT und FÜR Erwachsene natürlich) sein. Darunter zählen für mich Filme und Serien wie "Game of Thrones", "True Blood" oder eben "Blaue ist eine warme Farbe" ebenso wie erotische Malerei, Fotografie oder Literatur, welche es in dieser Hinsicht leichter haben als das gedrehte Bild. Denn wenn man einmal ehrlich ist, kann man über die exzessive Gewaltdarstellung in Splatterfilmen mehr Gründe zur Abneigung finden als gegenüber der intensiven Darstellung von Liebe und Zuneigung. Allerdings habe ich auch mit der Darstellung von Gewalt kein Problem, solange es sich auf die künstlerische Ebene beschränkt und nicht mit gefährlichen Ideologien verbunden ist.

Es ist nicht fair diesen Film auf seine Sexszenen zu reduzieren. Die erzählte Geschichte um die beiden jungen Frauen Adele und Emma wird nun mal glaubhaft und emotional dargestellt. Die Tiefe der Erzählung durch die Kraft der Bilder getragen. Die Farbe Blau ist allgegenwärtig, auf Tricks wurde verzichtet und die Performance von Léa Seydoux und Adéle Exarchopoulos ist überwältigend. Der Zuschauer fühlt sowohl die Wärme zwischen den beiden Frauen, als sie sich in einander verlieben, als auch den Zorn und die Trauer beider Charaktere als die Beziehung schließlich in die Brüche geht. Auch wenn sich der Film durchaus mit der Akzeptanz von Homosexualität und den Spannungen, die sich für Adéle daraus ergeben auseinandersetzt, handelt es sich um eine "universelle Liebesgeschichte" - wie der Regisseur auch betonte -, die keinen Fokus auf eine politische Agenda setzt.

Ich bin kein Freund von Liebesgeschichten im traditionellen Sinne. Gerade dass dieser Film auf Kitsch und schnulzige Romantik verzichtet und sie durch Realitätsnähe ersetzt macht ihn so stark. Auch wenn es berechtigte Kritik am Regisseur gab, kann man den Film durchaus als Meisterwerk betrachten.

@LeO


Dienstag, 18. November 2014

Lightpainting II


Faszinierende Sache, dieses Lightpainting. Der Smiley hat immerhin einigermaßen geklappt :D












@LeO

Sonntag, 16. November 2014

Eros und Thanatos - Gedicht



Eros und Thanatos

Das Ende naht.

der Wirbelstrom fließt und zerrt.

Jedes Herz zerreißt die Zeit.

Die Splitter zu Eis gefroren.

Noch das Segel peitschend nass sich bläht

im Zornesstand und Sturheitssturm.

Verlorene Schönheit,

Zukunft gewesen!

Ich sehe dich dort unten

In dunkler wilder Gischt

Der Mahlstrom ist mein Ziel,

der ein Glühen inne birgt,

dem mein Schiff entgegen rast.

Feuertrunken zieht an mir die Nacht,

Sehnsucht von neuem erwacht.


@LeO

Freitag, 14. November 2014

Kritik: Seven (Sieben)



Kino über moralischen Wahnsinn und christlichen Fanatismus sind ein rares Geschäft in der Filmschmiede Hollywood - Gerade in unserer heutigen vom islamischen Terror geprägten Zeit. Doch manchmal findet sich ein schockierend düsteres Werk, das die tiefen Abgründe von moralischer Perversion beleuchtet und mit psychologischem Horror überzeugend zum Leben erweckt. Ein Punkt, der mir wichtig ist, denn in Zeiten, wo aus (einleuchtenden) Gründen alle religiöse Kritik auf den Islam gerichtet ist, wird gerne vergessen, dass die Sprengkraft von Glaubenssystemen als Konzept das Problem ist und nicht ihr Inhalt. Fanatismus und Moralwahnsinn sind Probleme aller Glaubensgemeinschaften inklusive politischer und philosophischer Ideologien, auch wenn sie natürlich (meistens) nur einen sehr kleinen Teil in der Gesellschaft repräsentieren.

David Finchers Film "Sieben" (Originaltitel: Seven) ist ein Porträt des Serienmörders John Doe - Überzeugend dargestellt von Kevin Spacey in Bestform, dem es gelingt dem Größenwahn und perfide Besessenheit seiner Figur eine schockierend realistische Note zu verleihen. Die Morde werden im Stil der sieben Todsünden aus der katholischen Tradition des Christentums inszeniert. Sie stellen die Kombinationsgabe zweier ungleicher Detektive und die Mägen der Zuschauer auf die Probe. Der verzweifelte Lauf gegen die Zeit und der Konflikt zwischen dem lebenserfahrenen William Somerset, verkörpert von Morgan Freeman, und dem jungen Hitzkopf David Mills, verkörpert von Brad Pitt, hält ein Niveau der Spannung aufrecht, die einen bis zum verhängnisvollen Twist und einem wirklich fiesen Ende auf die Couch fesseln.

Die Emotionen, die alle drei Schauspieler in ihre Figuren bringen, zeigen deutlich, warum sie heute zur Weltelite im amerikanischen Film zählen. In diesem Meisterwerk des psychologischen Horrors, das vollständig ohne digitale Tricks auskommt, stimmt die Mischung zwischen Cast, Musik, Kamera, Drehbuch und Regisseur. Allerdings nichts für schwache Nerven.

@LeO

Mittwoch, 12. November 2014

NaNoWriMo und das Schreiben


So nun sitze ich hier am Mittwoch wenige Stunden vor dem "Warlords of Draenor"-Release und kurz nach dem wunderbaren Liebesdrama "Blau ist eine warme Farbe". Vorhin fix Open-Office geöffnet, die Maschine durch die Wörter laufen lassen. Der Count 7621, nicht besonders viel. Ich denke, ich habe mir mehr erhofft. Vielleicht einen höheren Durchhaltewillen oder einen tieferen Ehrgeiz. Da ertappt man sich natürlich mit den üblichen Fragen: Hat die Geschichte kein Potenzial? Kann man sich nicht gut in die Charaktere einleben? Die Geschichte hat Potenzial, das spüre ich. Ich mag das Schreiben, das Eintauchen in andere Welten und das Erbauen neuer. Ich habe daran nun schon seit über einem Jahr gearbeitet, verändert, sie durch die Epochen gejagt. 
Was sind das für Klammern, die uns daran hindern, das zu tun, was wir lieben? Eine Frage, die für mich unbeantwortet dar steht wie ein ahnungsloser Tourist an einer Ampelkreuzung in der Stadt, die er nicht kennt. Ich weiß es nicht, nur dass ich dieses Mal nicht nachgeben werde. Die Geschichte steht auf dem Papier, dem Skizzenblock - unfertig. Doch ich habe vor sie zu beenden, auch wenn ich nicht mehr daran glaube, dass es im November noch möglich ist. Das Feuer brennt.

@LeO

Montag, 10. November 2014

Kritik: Interstellar




Interstellar läuft seit kurzem in den deutschen Kinos und ich habe ja auch schon einen vorfreudigen Artikel über Christopher Nolan Filme und seinen Stil geschrieben. Als ich das Sci-Fi-Drama am Freitag dann sehen durfte, war ich noch unschlüssig über ein Urteil. Trotzdem würde der Nolan-Fan in mir dem Film gerne ein A mit Sternchen geben, deswegen habe ich den Plot über das Wochenende erst einmal sacken lassen und bin schließlich zu einem Schluss gekommen.

An "Inception", "The Dark Knight", "Memento" und "The Prestige" kommt dieser Streifen nicht heran. Dazu ist das Puzzle zu verwirrend und nicht so logisch strukturiert wie andere seiner Werke - auch wenn die Bilder, die Dialoge und der Cast wieder einmal erste Klasse sind. Der grandiose Michael Caine zeigt sich wieder mal als weiser Mentor. Auch die anderen Charaktere bleiben glaubhaft, allerdings manchmal etwas zu stur für meinen Geschmack. Das streift allerdings den Kern der Botschaft dieses Films, die in wunderbar erzählten Versen verdichtet wurde. Die Zeilen begleiten den Zuschauer von Anfang bis Ende und wirken nie fehl am Platze.

Bei "Interstellar" handelt es sich vor allem um einen Film, der zum Mitdenken ermutigt oder besser gesagt geradeheraus darauf besteht. Es gibt nur sehr wenige Filme, die es wagen moderne Physik so stark bildlich aufzubereiten und einem breiteren Publikum zu präsentieren. Es geht um die interessanten Fragen unserer Wirklichkeit, des Alls, der Raumfahrt und das große Rätsel der schwarzen Löcher, das Christopher Nolan mit viel Fantasie zu beantworten versucht.

Letztendlich bleibt "Interstellar" ein Film, auf den man sich sehr stark einlassen muss ähnlich wie bei "Das Kabinett des Dr. Parnassus" von Terry Gilliam oder "Cloud Atlas" von den Wachowski-Brothers. Ein guter Film nichtsdestotrotz meiner Meinung nach, aber ich weiß nicht ob viele Leute diese Ansicht teilen werden. Sehenswert.

@LeO

Samstag, 8. November 2014

Skizze zum Proportionen üben :)



So die erste Woche des NaNoWriMo neigt sich dem Ende zu. Bisher zeichnet die Muse sich nicht sehr einsichtig mit mir, doch ein paar Dinge habe ich geschafft. Ein Update über den Stand der Dinge wird es am Montag geben. Allerdings war ich nicht untätig und am Bleistift und mit der Kamera unterwegs. Fotos folgen morgen ;)

@ LeO

Donnerstag, 6. November 2014

Warum Christopher Nolan einer meiner Lieblingsregisseure ist



Das Kinojahr 2014 ist bald wieder rum und wie üblich gibt's die fetten Happen gegen Ende. Auf "Tribute von Panem" freut man sich, weil "Catching Fire" bombastisch gut gewesen ist, und der Hobbit III schaut man sich an, weil man sich Mittelerde, Tolkien und den brillanten Schlachtenszenen und visualisierten Monstern von Peter Jackson und Weta verpflichtet fühlt - Auch wenn das Skript nicht das Beste und das Aussaugen der Vorlage des Geldes wegen fragwürdig ist.

Freuen können sich auch die Fans des typisch dunklen Christopher Nolan - Charmes. Interstellar wird der nächste Film mit dem typisch dunklen Nolan-Charme, der neben Alan Moore auch einer meiner Hauptinspirationsquellen für mein eigenes Werk ist. (Ja, das sind Comics und Kino, die wenig und gleichzeitig viel mit Literatur gemein haben)

Warum? Schlichtweg, weil er das Potenzial seines Mediums wie nur wenige vor ihm bis zum letzten Tropfen nutzt. Seine Welten, Charaktere und Storys fesseln einfach und saugen den Zuschauer buchstäblich ein. Das zeigen vor allem seine älteren Filme. Wer erinnert sich nicht mit einem Schaudern an den tragischen Twist in "Memento" oder an die fesselnde Romanadaption von "The Prestige", die mit dem Stoff und den Fragen über die Grenzen von Magie und Wirklichkeit meiner Meinung nach sogar besser umgeht als die Vorlage von Christopher Priest. Oder an Inception, das uns in die Welt der Träume entführte.
Und natürlich last but not least das Franchise, dass ihn berühmt machte. Das Revival des ernsten Comic-Films, von dem man glaubte, er wäre nach Schumachers Batman und Robin an akuter Lachhaftigkeit von Nippelkostümen und Batmankreditkarten nach kurzem Kampf krepiert.

Der Erfolg der neuen "Batman"-Filme - wo vor allem die brillante Darstellung des Jokers durch Health Ledger im Gedächtnis blieb - färbte auch auf andere Comicverfilmungen ab. Standen "Spiderman" 1, 2 und "V for Vendetta" vor Nolan als gelungene Adaptionen noch recht allein da, sieht man den verdunkelnden Einfluss mittlerweile in jedem Werk, das für die Leinwand aufbereitet wird. "Captain America - The Wintersoldier", "Kick-Ass" und "Guardians of the Galaxy" zeigen wie sehr das Kino von dieser Entwicklung profitiert, wobei die Letzteren auch noch einen erleichternden Schwung Humor in die ernster und düsterer gestaltete Welt bringen. Dass das auch mächtig in die Hose gehen kann zeigt wiederum Amazing Spiderman 2, der anspruchsvoll sein wollte aber trotz Jamie Foxx zu absolutem Trash mit schrecklichem Skript und hohlen Charakteren mutierte.

Dennoch eine anspruchsvolle Entwicklung, die zum Nachdenken und Reflektieren von Heldenfiguren anregt. Ich bin gespannt auf "Interstellar" und mache mich jetzt auf den Weg in die Stadt.

@LeO

Dienstag, 4. November 2014

An Halloween steigen die Untoten aus ihren Gräbern .. Der Zombiewalk in Essen


Halloween ist ja eine hierzulande eher unterschätzte Tradition, zu unrecht wie ich finde. Wenn man an den richtigen Stellen sucht, findet man faszinierendes Cosplay und nette Menschen, die für die Kamera posen. In Essen durften die Untoten unter Aufsicht der Taskforce und dem Geknatter von Motorsägen durch die Innenstadt schlurfen. Mittendrin die Fotografen, die mit einem Heißhunger auf gute Bilder von Kostüm zu Kostüm eilten. Es blitzte öfter als auf den deutschen Autobahnen. Zu Beißunfällen kam es nicht,  ... glaube ich zumindest. Ich freue mich schon auf den nächsten 31. Oktober ;)

















@LeO

Sonntag, 2. November 2014

Zeichnen mit Bleistift - Kami reloaded



Mal wieder ein wenig mit dem Druckbleistift experimentiert. Dafür, dass es das erste Bild seit Monaten ist, scheint es mir doch recht gelungen. Allerdings bin ich nicht wirklich damit zufrieden. Schatten auf Körpern muss ich auf jeden Fall noch üben :S

@LeO