Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die Filmindustrie -Transformers 4



Nun, manche Filme sind ganz großes Kino, andere ein Sandkasten für Kinder, die gerne Dinge in die Luft jagen. Manche sind auch beides, man denke nur an Avatar, der es schaffte auch ohne bzw. mit geklauter Story das Publikum zu fesseln dank eines beeindruckenden Looks und Designs. In unserem Zeitalter hat sich die Filmbranche zu einer Industrie entwickelt, die produziert und einnehmen will. Jede "Traumfabrik" ist eine Münze mit zwei Seiten. 
Was macht einen erfolgreichen Film aus und vor allem was unterscheidet ihn von einem guten Film? Der Kapitalist sieht beide Kriterien als ein und dasselbe an. Es sollte aber hinlänglich bekannt sein, dass sich heutzutage Erfolg nicht mehr an Qualität messen lässt. Ein Name, der dafür ein Siegel gibt, ist Michael Bay, der Kopf hinter den Transformerfilmen. Für sich bietet der Stoff ja einiges Potenzial und ein Budget, von dem mancher Independent-Regisseur nur träumen kann. Doch anders als in anderen Genre-Reihen, wo Regisseure durchgewechselt werden, scheint der Konflikt zwischen Autobots und Decepticons davon unberührt geblieben. Der erste Streifen war schlecht, der vierte Film ist es immer noch. Im Vergleich mit Michael Bay scheint selbst George Lukas in letzter Zeit bessere Drehbücher geliefert zu haben. Die Reihe lässt selbst die neuen Star-Wars-Teile und Indiana Jones 4 als Meisterwerke stehen. Dennoch tut sich nichts, weil Hollywood Angst hat. Angst vor Risiken. Labels verkaufen sich gut. Transformers und Bay verkaufen sich gut - warum auch immer. Auch der vierte Teil bleibt hohl, das Budget buchstäblich als Feuerwerk in die Luft geblasen. Selbst die gehypten Dinobots sind nur fünf Minuten wirklich in Aktion zu sehen, was bestimmt insgesamt weniger Zeit in Anspruch genommen hat als die gesammelten Product Placements, die alles andere als subtil ins Bild geworfen werden. Von Michael Bays Frauenbild und dem pathetischen Amerikanismus einmal ganz zu schweigen. 
Das soll natürlich nicht heißen, dass der gesamte Mainstream Schrott produziert. Wenn man lange genug sucht, findet man die raren Edelsteine in einem Berg aus Staub, Schmutz und Knochen. Perlen wie Guardians of the Galaxy werden zurecht als Film des Jahres gelobt. Dennoch ist es bedauerlich, dass hohle Nüsse immer noch soviel Anklang finden. Dabei denke ich nicht an die gute alte Zeit. Es gab immer schlechte, mittelmäßige und gute Filme. Von gutem Kino zu reden nur weil der Streifen auf Zelluloid alt ist, ist auch nicht zielführend. Natürlich steigen mit der Zeit auch die Ansprüche, doch die Möglichkeit mit Bildern eine gute Geschichte zu erzählen war immer da. Dass es auch mit wenig Budget anders geht, zeigt die neue Seriengeneration mit Game of Thrones, Breaking, House of Cards und Walking Dead. Ein spannender, geschweige den logischer Erzählstrang ist in Transformers 4 nicht zu erkennen. Stattdessen musste ich mehrmals laut auflachen und wo es nicht mal mehr drüber lachen konnte half nur ein Seufzer und ein Facepalm. Es handelt sich um eine wirre Abfolge von Explosionen, Sonnenuntergängen, pathetischen Ansprachen über Familie und Freiheit und schlechten Witzen. Ein typischer Michael Bay eben.




Wenn ihr meine Meinung teilt und es anders seht, lasst es mich gerne wissen! Ich plane in Zukunft mehr Kritiken zu Filmen, Büchern, PC-Spielen und Comics in den Blog einzugliedern.

@LeO

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