Dienstag, 20. Mai 2014

Japantag in Düsseldorf

Mit etwas Verspätung hier die Bilder vom Japan-Tag am 17.05.2014

Disney, Manga, Fantasy, Sci-Fi, Games - Alles war dabei und mehr :D





















Sonntag, 11. Mai 2014

Im Schatten des Königs [Vol. 6]

Die Zitadelle war ein enormes Gebäude, höher als die meisten Dächer. Nur der Palast der Triades mit seinen fünf Türmen am Horizont schien der Akademie ebenbürtig. Ihren geläufigen Namen verdankte die Magierschule dem blauem Marmor, der die gesamte Zitadelle und die Mauer verkleidete. Die Farben von Lapis-Lazuli und dem türkisen Wasser eines sommerlichen Sees. Die Wolken glühten rot und verkündeten bereits das Hereinbrechen der Nacht. Verglaste Fenster blickten in die Ferne, als würden sie etwas von der untergehenden Sonne erwarteten.
Mir fröstelte und ich hätte nicht sagen können, ob es das Gefühl war vor diesem Gebäude zu stehen oder die Ungewissheit der Mission, die mich hergeführt hatte. Mein stummer Freund, von jeher eher mit einem besonnenen Herzen ausgestattet, hatte nichts übrig für Omen, Schönheit oder Magie. Die Welt war für ihn ein Ort der Taten. Gut und Böse oder beides. Nicht lange nachdem er den Klopfer in der Form eines bronzenen Drachen berührt hatte, knirschten Scharniere und das mit Eisen beschlagene Tor öffnete sich in das Sanktum der Geheimnisse.
Ein Mann hörte allerlei Geschichten über diesen Ort - wohl auch davon angestachelt, dass sich diese Tore fast nie öffneten. Gerüchte sprechen von Bestien aus Wind und Feuer, die in magischen Gefängnissen gehalten wurden, über Drachen, die sprechen konnten wie die großen alten Feuerschlangen von einst, über Wachen aus Stein und Eisen, die sich ohne Leben und Blut in den Adern bewegen konnten und über Flüstereien, die jeden in den Wahnsinn trieben der ihnen zuviel Aufmerksamkeit schenkte.
Zu unserer Rechten erstreckte sich ein gepflasterter Platz umrandet mit steinernen Männern in Rüstungen, die Kratzspuren von Schwertern und geschwärzte Flecken aufwiesen. Sie standen unbewegt im schwindenden Sonnenlicht und warfen lange Schatten an die Wände der Zitadelle und einen überdachten Säulengang. Zu unserer Linken erstreckte sich entlang der Umrandungsmauern eine weiter Grünfläche mit vereinzelten Obstbäumen, die  in voller Blüte standen. Ein Kanal verströmte einen leicht faulenden Geruch. Die Brücke darüber führte zu den Barracken derjenigen, die waghalsig genug waren Magie zu studieren.
Zum Eingang in die schimmernde Fassade der blauen Zitadelle führten ausladende Treppenstufen, die mit einem kunstvoll gestalteten Bronzegeländer umfasst waren. Das Metall zog sich in Ranken um ein Seil und aus den Stützstangen waren Weinblätter modelliert.
Wir wurden von zwei Männern empfangen. Der Eine war groß mit kahlem Schädel und dichtem schwarzen Bart. Seine Hände versteckte er in den ausladenden Ärmeln seiner schwarzen Seidenrobe. Der Andere trug eine schlichtere Gardrobe und ein bekanntes Gesicht. Sein Kinn war mit braunen Stoppeln bedeckt, die Augen klar und blau wie die der Triades und die Haare widerspenstig und braun - in den Farben von Haus Vallastan.
"Willkommen in der blauen Akademie, meine Herren", sprach der kahle Magier. "Mein Name ist Elias Plato, Erster des blauen Rates und das hier ist Walden Triades..."
"Der König der Trickster", vervollständigte ich den Satz.
Der junge Mann lachte. "Mein Ruf eilt mir voraus."
"Verzeiht, das war unhöflich. Doch ich habe am Hof vieles über euch gehört", sagte ich erleichtert, dass der Königssohn es mit dem leichten Humor nahm für den er bekannt war.
"Der Sohn, der sich in sein Schicksal fügte. Das Königreich geht an meinen älteren Bruder Tyrio und deswegen habe ich den Weg der Magie gewählt." Walden Triades grinste und zuckte mit den Schultern. "Wie geht es Vater und meinem kleinen Bruder Andal?"
Es war allgemein bekannt, dass Walden Triades wenig für den Thronerben Tyrio übrig hatte. Am Hof hieß es, die Brüder seien so verschieden wie Tag und Nacht.
"Prächtig, doch ihre Majestität ist besorgt über die Vorkommnisse der letzten Tage."
Elias Plato nickte. "Dann sollten wir wohl besser hereingehen. Nach Ihnen."

@LeO

Freitag, 9. Mai 2014

... und noch ein paar Bilder ausm Tierpark

 Am Sonntag gibts dann wieder eine Fortsetzung von "Der Schatten des Königs", bis dahin nochmal ein paar Fotos ;)








@LeO

Freitag, 2. Mai 2014

Im Schatten des Königs [Vol. 5]


Die Futtergehege, wie Tyria Brynnerscal es nannte, befanden sich außerhalb der Stadt, die wir durch das Lagertor der Drachenställe verließen. Vor uns erstreckte sich eine weite Grasfläche, die im Wind wogte wie Wellen in einem grünes Meer. Am Horizont konnte man den Grenzwald als dunkle Linie hinter versprenkelten Gehöften ausmachen. Die Sonne stand hoch am Himmel und wärmte unsere Schultern.
Tyria genoss es sichtlich über ihre Drachen zu reden und offenbar war sie dankbar endlich ein Opfer dafür gefunden zu haben. Ich nahm ihre Fragen höflich auf und stellte Gegenfragen. Ihr schwarzer Handschuh wedelte ständige durch die Luft - formte Köpfe, Kiefer und Sattel - während sie erklärte wie man einem Drachen Zaumzeug anlegte. Der Wind spielte mit den schwarzen Strähnen ihres Haares. Zunächst hörte ich gespannt zu, doch dann schweiften meine Gedanken ab und ich schloss mich meinem Zwergenfreund an, der die Kunst des stummen Nickens an der richtigen Stelle perfekt beherrschte. Als wir an den Weidezäunen ankamen ließ eine Krähe ihren unverkennbaren Ruf erklingen, gefolgt vom Flattern schwarzer Flügel.
Das Holz des Zauns wies keine Verwitterungsspuren auf. Einige Schafe, kurz geschoren, standen in einigem Abstand, ihre Kiefer mahlten und sie betrachteten uns aus dumpfen Augen. Eine Wache in Kettenhemd und gehärtetem Leder begutachtete sie misstrauisch. Seine Hand ruhte locker und doch wachsam auf dem Griff seines Schwertes.
Tyria nahm einen tiefen Atemzug. "Sie kamen in der Nacht und haben mindestens zwölf Tiere gestohlen. Seitdem lassen wir die Weide rund um die Uhr bewachen. Ein satter Drache ist ein ruhiger Drache. Ein hungriger ..."
Sie ließ den Satz in einer Handbewegung ausschweifen und lehnte sich an das Geländer. "Vorher haben wir sie von Jungen bewachen lassen für ein paar Kupfermünzen. Sie sollten eher darauf aufpassen, das kein Tier entwischt und Schäden im Zaun oder Eindringlinge melden. Niemand rechnet damit, dass Schafe gestohlen werden. Auch wenn wir alle ihr Fleisch essen und ihre Wolle tragen. Kurios, nicht wahr?"
Der Zwerg trat an ihre Seite, das bleiche Gesicht verdunkelte sich in ihrem Schatten. Er reichte ihr nur bis zur Taille. "Und der Junge, der die Schafe in dieser Nacht bewachte sah etwas?"
Tyria nickte. Ihre bronzene, glatte Haut bildete einen starken Kontrast zu fahlen, faltigen Haut des Zwergs.
"Nicht das, was er erwartete nehme ich an?", fügte ich hinzu.
Als Antwort klopfte Tyria auf das Holz. "Der Zaun hier war zertrümmert und ich meine nicht umgestoßen, zersplittert als wäre ein tollwütiger Bär durchgebrochen. Der Junge schwört auf seine Mutter und die zwölf Götter, dass er einen Wolf von der Größe einer Kuh gesehen habe. Mit riesigen Reißzähnen und durchdringenden gelben Augen. Ich hätte ihm nicht geglaubt und ihn der Stadtwache übergeben."
"Aber?"
"Man hat den Leichnam des zweiten Hirtenjungen gefunden. Kein schöner Anblick. Sein Gesicht war kaum noch zu erkennen. Man hat ihn begraben."
Ein wildes Tier konnte vielleicht einen Hirtenjungen zerfleischen und einen Zaun zertrümmern, aber er konnte keinen toten Magiern Widderkö
pfe anstatt ihrer eigenen ins Grab legen. Das war etwas über das man nachdenken konnte. Weißborke und ich wechselten einen Blick und erkannte, dass er zum selben Schluss gekommen war wie ich. Es blieb nur die Möglichkeit den Ort aufzusuchen an dem Illusion und Wirklichkeit ineinander übergingen: Die blaue Zitadelle.

@LeO