Dienstag, 8. Oktober 2013

Unter Archäologen - Is des Kupfer?

Diejenigen, die sich gewundert haben, warum dieser Blog im September temporär brach lag, können versichert sein, dass ich nicht ins Exil gegangen bin und auch nicht vor Geldeintreibern in den Untergrund geflohen bin. Nunja, Exil trifft es wohl noch am Ehesten. In der österreichischen Bergwelt scheinen Kommunikationsmittel im Gegensatz zu Kühen und Serpentinen rar gesät. Das Wlan war zwar vorhanden, aber nicht das Beste. Aber schließlich fährt man nicht wegen des Internets in die Berge, oder?
Warum ich dort war? Es ist nicht unbedingt eine dieser Selbstfindungsgeschichten, in denen der Protagonist ins Exil geht, um sich seinen Dämonen zu stellen oder vor ihnen davon zu laufen. Auch Freizeit hatte ich relativ wenig, um nicht zu sagen kaum. Ausgrabungen fordern Vollzeitengagement. Die Quintessenz aus 4 Wochen Schaufeln, Eimer tragen, Planum kratzen, Funde waschen und Profile putzen erscheint als die dringende Notwendigkeit mehr Sport zu treiben.
Doch neben der Arbeit gab es natürlich auch andere Dinge, die einen unvergleichlichen Eindruck hinterließen: Die Greifvogelschau auf Hohenwerfen, Hallstatt, ein überwältigender Sternenhimmel, Wetterschauspiele, Bergpanorama, österreichische Spezialitäten von Zirbengeist bis zu Käsespätzlen (Kasnocken) und Kaiserschmarrn, archaische Naturlandschaften und alte wie moderne Bergwerke mit ihren Schimmelkulturen, die nahe an der Entwicklung von eigenem Bewusstsein waren. Nicht zu vergessen natürlich, dass die Nordalpen gefühlt die einzige Region auf Erden sind, in der man das Wetter aller 4 Jahreszeiten in ein oder zwei Wochen "genießen" darf.
Es war für einen recht unsportlichen Charakter wie mich eine sehr anstrengende, aber schöne Zeit. Ich durfte viel über archäologische Praxis, grobes und feines Werkzeug und die Bergbaukultur erfahren. Aus rechtlichen Gründen können natürlich keine Fotos von den Ausgrabungsstätten im Arthurstollen und auf dem Troiboden selbst gezeigt werden, ich bitte also um Verständnis. Es sei nur gesagt, dass es sich bei der Region Mitterberg um den größten Kupferproduzenten der Bronzezeit handelte, die Region mit und durch den Bergbau über Jahrtausende geformt wurde.












































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