Freitag, 11. Oktober 2013

Sven Pörsch präsentiert Vol.II



Danke nochmal an den unvergleichlichen Sven Pörsch, den Mitarbeitern des Lighthouse Herne und den Künstlern für den wunderbaren Abend und die Gelegenheit abermals auf der Bühne zu stehen. Die Texte, die ich vorgetragen habe, sind nun alle hier veröffentlicht ;)

Sturm


Donnergrollen über grauem Himmel.

Der Winde heulender Lauf

zerrt an Ähren, zerrt an Bäumen.


Der Sturm, er kommt

gleich einem wilden Tier

voller Zorn und Wut

er reißt an mir


Kein Entkommen vor dem Sturm,

Wälder zittern, kluge Geister fliehen.

doch da ist noch was:

Elementare Kraft, ungezähmt gediehen.


Der Blick verschlossen, das Unvermeidliche angenommen,

gebe mich in seine Hände,

empfange Wind und Böe,

Ein alter Freund, vor dem ich stände.



Forttragen soll er mich, da ist noch was:

Elementares Herz, beherrschte Kraft,

ruhige, kühle Gelassenheit,

Mein Zuhause, wo ich wandre

im Auge des Sturms

eine Ewigkeit.


Eine wahre Geschichte aus der Bronzezeit

Einst gabs den Bergmann aus dem großen Tal.

Er sehnte sich nach nem besseren Leben,

eigentlich hatte er keine Wahl,

denn Schulden hats gegeben.

Der Alkohol letzte Nacht war zuviel.

Er verlor Spiel um Spiel.


Drum standen die Eintreiber dort, wo er haust.

Wer da sei, fragte der Bergmann verdrossen.

Schon flog die erste Faust.

Als er Sterne sah wars dann beschlossen.

Euer Gold, hier hab ich es nicht.

Doch ich bring euch in Golderz euer Gewicht.


Draußen war es kalt, der Wind zog rein.

Die Schläger dachten viel und schwer

in ihren kleinen Hirnen fein

die Gier war voll, das Haus war leer.

In ihrer Beschränktheit fiel die Wahl im Sturm.

Zeig uns das Versteck, du Wurm!


Der Bergmann schluckte tief,

hatte ein paar Stunden gewonnen.

Das Gold findet ihr im Stollen, in den ich einmal lief.

Ich habe diese Geschichte nicht ersonnen.

Reichtümer schlafen dort im Stein.

Edelmetall, ein Schatz glitzernd und fein.


Die Treue gehört dem, der bezahlt mehr,

das war dem Bergmann wohl bewusst.

Die List wirkte auch mit Händen leer.

Der kleine Erfolg tilgte seinen Frust.

Er würde noch leben, eine Nacht oder zwei.

Dass er mit den Söldnern ins Gebirgen musst war fürs erste einerlei.


Zehn gierige Söldner gingen ins Gebirge ein.

Eine Schlägerhorde auf der Suche nach dem Gold.

Der Wald war düster und gruslig im finstern Schein,

voll mit Wölfen und Bären er sein sollt.

Einer glaubte den Gerüchten nicht,

er kam an einen Bau zu dicht,

da warens nur noch neun!


Neun gierige Söldner wanderten im finstern Bergeswald.

Die Hänge waren instabil.

Der Gesang am Lagerfeuer schallt.

Zur Seite an den Klippen fehlt nicht viel.

Einer setzt zum trunknen Solo an,

tanzte an die Klippen ran,

da warn es nur noch acht!


Acht gierige Söldner erklettern einen großen Berg.

Einem wars zu viel, wär er doch zuhause geblieben.

Er fühlte sich wie ein Zwerg

da warn es nur noch sieben.

Einer vertrug die Höhe nicht.

Sein Herz stand still am Gipfel dicht,

da warn es nur noch sechs!


Sechs gierige Söldner erreichten ein Alpendorf.

Auf dem Weg dorthin sah einer das Licht und grunzte: Hmpf!

Doch der Pfad führte durch ein Moor aus Torf.

Das Licht war falsch, da warn es nur noch fünf.

Voller Wut wollten die Söldner das Dorf überfallen.

Die Bauern zückten Bronzewaffen und ließen Kriegsgeschrei erschallen.

Da warens nur noch vier!


Vier gierige Söldner wollten fischen gehen.

Sie hatten satt ihren Hirsenbrei.

Einer sah auf der Lichtung einen Bären stehen.

Da warens nur noch drei.

Ein anderer wollte zu viel wagen.

Er verlief sich beim Hirsche jagen.

Da warens nur noch zwei.


Zwei gierige Söldner kamen in den Stollen.

Der Bergmann warnte keinen.

Schließlich hörte einer Steine rollen.

Dann gab es nur noch einen.

Dieser suchte nach dem Gold tief im Felsgestein.

Sein Begleiter stieß ihn in den Erzgang rein.

Da war der Bergmann endlich frei!



 Inspiration

Wenn ich in einem Garten wär,

geformt mit Herz und Verstand,

volle Baumkronen über einem Rasenmeer,

meiner Seele Gewand.


Ich wandere durch den Garten.

habe ihn erschaffen und genossen.

Raben in den Bäumen harrten.

Insektengebrumm aus der Stille gesprossen.


Sich gehen lassen in diesem Garten,

Keine Störung zuzulassen,

Sorgen und Fragen entladen,

zwischen Kirschblüten und Wasserstimmen zu fassen.


Der Wind wirbelt durch die Kronen.

Blätter wie Flocken im Winter aufstoben.

Sehe den Schnee der Berge im Norden.

In den Wolken sind Gesichter verwoben.


Im Wasser zwischen Fröschen und Rosen

ein Spiegel liegt verborgen,

der Wahrheit zeigt ohne zu posen.

Stille Stürme entfachend, jenseits aller Sorgen.


Hinter den Obstbäumen weit

liegt der Steingarten, ein Meer aus Sand.

Der Wind heult sanft über Kiesel in Ewigkeit,

ihre gefrorenen Zeugen am Zeitenstrand.


Das Schicksal im laufenden Rad,

bestimmt durch werdendes Vergehen.

Steins, Baums und Vogels Pfad,

eine Uhr, die es gilt zu verstehen.


Wie tickt sie die Welt?

Wenn der Wind durch Wellen spült?

Wenn das Feuer sich im Leben brennend hält?

fragt der Wanderer, der den Atem der Erde fühlt.


In meinem Garten bin ich sicher und frei,

habe einem Platz zum Denken gefunden.

Abends Grillenmusik, in der Dämmerung Rabengeschrei.

Im Garten der Kunst zählt man keine Stunden.


Ein Refugium gebaut im Innern.

Eine brennende Sonne, die alles überdauert.

Ihr Licht wird auch im Dunkeln schimmern.

Komme nur, was im Schatten lauert.

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