Samstag, 26. Januar 2013

Spielzeug oder Volksverhetzung?

Die Dänen geraten anscheinend öfters in Konflikt mit dem Islam. Dieses Mal scheint die "religöse Beleidigung" allerdings nicht in der harmlosen Karikatur einer Satirezeitschrift begründet zu werden, sondern in der skandalösen Weise wie Lego mit dem Thema Religion umgeht, denn der Bausatz zu Jabbas Palast, der - mit viel Fantasie oder Paranoia - an die Hagia Sophia erinnert, fördere rassistische Vorurteile und wirke gewaltverherrlichend. Dieser "Pädagogische Sprengstoff" gefährde den Frieden in Europa.
Natürlich sind religiöse Texte kinderfreundlicher, kaum gewaltverherrlichend und ohne rassistische  und ideologische Vorurteile. Denn bei der Lektüre von Aufforderungen Ungläubige und Polytheisten zu töten im Koran (8, 39; 9, 5;4, 56;4, 91;2, 195-195),  würde niemals der Eindruck einer fatalistischen oder "gewalttätigen Religion" entstehen. Es gibt auch genau eine Sure im Koran, die das Töten verurteilt (5, 33), und "keine" 250 Passagen, die sich mit dem heiligen Krieg auseinandersetzen. Der Glaube ist ja gut und heilig. Etwas Erstrebenswertes für das man später dann auch arbeiten und sterben darf.
Übrigens lässt sich obrige Ironie problemlos auch ins Judentum und ins Christentum übertragen, denn gerade das alte Testament strotzt vor Gewaltdarstellungen und auch im neuen Testament wird Ungläubigen noch angedroht, im Ofen zu landen.
Die Widersprüchlichkeit von religiösen Texten begegnet uns in der Öffentlichkeit allerdings nur selten, denn eine wirkliche Auseinandersetzung - nicht das Herausnehmen von Textausschnitten - eignet sich eben nicht zum Menschenfang und treibt den Menschen aus dem Glauben eher heraus als hinein. Ist das Opfer dann erst im Glaubensnetz gefangen wird es die Substanzlosigkeit seiner heiligen Bücher selbst abstreiten entweder aus geleugnetem oder tatsächlichem Unwissen. Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kinder liegt dabei nur im Grad ihrer Beeinflussbarkeit. Also ist es dann nicht sogar zu vertreten, wenn sie schon früh mit Kritik am Glauben konfrontiert werden?

Interessante Erläuterungen zum Thema "Denken in Textauszügen" finden sich in Michel Onfrays Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muss und Richard Dawkins' Der Gotteswahn. Und zwar umfassend erklärt und am jeweiligen Text und der Wissenschaft belegt.

Zur Gefährdung des Friedens durch einen Legobausatz ein Artikel des Sterns: Spielzeug oder Volksverhetzung

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