Freitag, 28. Dezember 2012

Der absolute Staat im Pelz der Demokratie

Eine interessante Dokumentation über die Realität jenseits der Illusion einer gütigen, unverzichtbaren Kirche in unserer Gesellschaft.




Quintessenz: Kirchensteuer fließt in die Gehälter der Kirchenämter, während die gemeinnützigen Organisationen (Kindergärten, Schulen, etc.) fast durchweg staatlich finanziert werden. Trotzdem maßt sich die Kirche (katholisch wie evangelisch) in absolutistischer Weise an, über ihre Mitarbeiter zu bestimmen und zu richten und Einrichtung und Arbeitnehmer "christlich" zu etikettieren.

Mehr zum Thema Säkularisierung in Deutschland braucht glaube ich nicht gesagt zu werden:D

Kommentare:

  1. Lieber LEO,
    wer wenn nich die Organisation Kirche ist dafür zuständg, den Mitarbeiten, also Angestellten der Kirche notwendige Vorschriften für ein funktionierendes Wirken von christlicher Güte und Herrlichkeit Gottes in der Welt, zu machen.

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  2. Ich bin mir bewusst, wenn unfassbar attraktiv dieses Argument wirkt, doch es ist eine falsche Illusion, der Gläubige nur zu gern erliegen.

    Schade nur, dass die Kirche niemals Urheber, allerhöchstens Bereiter eines Nährbodens, der erst mit Renaissance und Aufklärung in der Abwendung vom Glauben aufging (und das ist kein Kompliment oder Zugeständnis, sondern ein Umweg, der durch die direkte Entwicklung aus dem hellenistisch-romanischen Imperium zumindest meiner Meinung nach hätte übersprungen werden können)war. Altruistische Tendenzen gab es schon lange bevor der Monotheismus die Welt in Brand setzte.

    Das allgemein in der heutigen Moderne als "Christliche Ethik" titulierte Machwerk ist das Werk von Deisten, Pantheisten, Agnostikern, Philosophen - de facto also Atheisten, da sich die Position des Deisten, des Pantheisten und des Agnostikers hauptsächlich aus dem Zeitgeist der jeweiligen Epoche resultierten (Wer sich öffentlich gegen das Gottesmärchen aussprach hatte im besten Fall seinen Ruf und seine Karriere ruiniert und wurde im schlimmsten Fall dem Scheiterhaufen übergeben). Darunter sind vor allem die herausragenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts zu verzeichnen. Natürlich ist die Philosophie fehleranfällig, doch sie wurde in einem evoltiven Prozess (!GEGEN! die Kirchen) erkämpft und verbessert.

    Wenn die Philosophie in der breiten Öffentlichkeit mehr Anklang finden würde als die Märchenerzählungen der Hirtenkulturen des nahen Ostens, könnte man diese Welt Schritt für Schritt verbessern wie man auch Technologie und Wissen Schritt für Schritt verbesserte und wie es letztendlich auch das Prinzip der natürlichen Selektion Darwins ist.

    Ich könnte mich hier stundenlang darüber auslassen wie heuchlerisch diese Worte ("Christliche Güte" und "Herrlichkeit Gottes") sind, diese Diskussion füllt Bücher (Richard Dawkins, Michael Schmidt-Salomon, Karl-Heinz Deschner, Michel Onfray, Paul Scholz und viele mehr - die große Kategorie der kritischen Künstler gar nicht mitgerechnet) und trifft trotzdem auf einen hohen Prozentsatz tauber Ohren.
    Ohne Religion erhält das Leben in dieser Welt eine viel stärkere Bedeutung.

    Alternativen?

    Philosophie, eine Ethik ohne Gott, ein kritischer Verstand, Logik.

    Um einen Vergleich zu strapazieren:

    Wir sitzen alle im selben Boot und spielen dasselbe Spiel. Ist es nicht erstrebenswert, dass dieses Spiel für alle nach fairen Regeln abläuft? Regeln für Spiele sind vom Menschen gemacht und verhindern, dass der Spieler Würfel und Figuren zweckentfremdet. Gesetze, Regeln und Ethik werden konstruiert, um die Welt gerechter zu machen. Schritt für Schritt. Ohne den Bremsklotz der Religion ginge diese Entwicklung leichter vonstatten. Das ist meine feste Überzeugung. Es Aufgabe des Staates Kinder säkular zu erziehen, damit sie die Welt mit ihrem Verstand zu sehen beginnen nicht mit dem Glauben.

    mfg LeO

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  3. aha,
    und wo ist die antwort auf meine frage?

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  4. Ich habe dir genau auf diese Frage geantwortet. Ich habe dargelegt, dass "Christliche Güte" vor dem Standpunkt der objektiven Geschichtsbetrachtung ein mehr als heuchlerischer Zynismus ist und dass wir auf die "Herrlichkeit Gottes" aus den gleichen Gründen ebenso verzichten können. Bibel, Koran und Tora sind vielleicht ein interessanter Literaturschmöker, bestenfalls Märchenbücher, aber definitiv !KEINE! moralischen Bücher, daher entbehrt es jeder Grundlage sie als Moralkonsens anzuführen und weiter zu verbreiten, weil diese Regeln nicht dem ethischen Zeitgeist der Moderne entsprechen, ihm gar widersprechen. Dieser ethische Zeitgeist der Moderne wurde mühsam gegen die Religionen erkämpft.

    Auf den Punkt gebracht:

    1.Es ist aus kultureller und sozialer Sicht nicht notwendig diese Vorstellungen außerhalb der kirchlichen Kultvereinigung zu verbreiten, die daran glauben darf soviel sie will. - Inwiefern es der Menschenfängerdoktrin der jeweiligen Glaubensrichtung weiterhilft, ist eine andere Frage und muss genauso objektiv gestellt werden wie wenn man Sekten, Gurus und religiösen Extremismus beurteilt.

    2.Kinder können sich noch kein eigenes Urteil bilden und werden es auch nicht tun, wenn sie durch religiöse Erziehung weiterhin mit diesen Gedanken infiziert werden - Es gibt allerdings Gottseidank (HaHa) Ausnahmen. Gerade der Glaube als Tugend, die keine Rechtfertigung verlangt und jeder Logik widerspricht und die man zu respektieren hat ist äußerst problematisch und die Basis für religiösen Fanatismus rund um den Globus.

    3. Der Staat hat die Aufgabe Kinder säkular zu eigenem Nachdenken im Sinne von Demokratie und Menschenrechten zu erziehen, was er de facto nicht tut, obwohl die Erziehung trotzdem zu (meistens) 88% für die Finanzierung sorgt (wie der Film eindrücklich zeigt).

    Wenn der Glauben überzeugende Aussagen (die außerhalb der kontinuierlich aus dem ethischen Zeitgeist und der kulturellen Weiterentwicklung hervorgegangenen Werte stehen und weiterentwickelt wurden) hätte, würde er sich nicht dazu herablassen, Kinder aufgrund ihrer leichten Beeinflussbarkeit zu indoktrinieren, sondern würde ihnen die Wahl lassen. Ich hoffe es würde schlüssiger.

    mfg LeO

    P.S.: Es ist interessant, dass man als Atheist immer sorgsam darauf achten soll alle Lücken zu schließen, und trotzdem nicht verstanden wird, während Gläubige willkürlich behaupten können, wenn sie nur ein 2000 Jahre altes historisch unglaubwürdiges Märchenbuch paraphrasieren.

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  5. du bist ja ganzschön intollerant, ist dir eigentlich bewusst das wenn man so gegen einen glauben donnert, also an nicht glaubt, das man dann einfach etwas anderes Glaubt?

    Zu glauben es gäbe keinen Glauben, ist GLAUBE!

    Du schreibt, die Bibel sei ein Märchenbuch, keinesfalls ein moralisches Buch. Ich habe den Eindruck, du hast dich keine 2 Minuten mit diesem Buch beschäftigt. Nehmen wir an es ist ein Märchenbuch. Welches Märchen sonst kann Menschen das bieten was die Bibel bietet.

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  6. Auch das ist ein sehr interessantes Argument der Religionsverfechter. Genauso interessant wie sinnentleert.

    Was du zweifellos ansprichst ist der Nihilismus, der sehr richtig geschlossen ebenfalls ein Glaube ist. Nihilismus ist eine philosophische Richtung, die genau wie der Marxismus religiöse Tendenzen entwickelt hat und deswegen in demselben Maße kritisiert werden muss. In seiner Grundeinstellung ist er auch genau so utopisch-kindisch.

    Deswegen möchte ich diese Unterstellung entschieden zurückweisen. Ich vertrete die Ansicht der Wissenschaft und ihrer empirischen Arbeitsweise. Alles ist Hypothese und Theorie. Ein Wissenschaftler "glaubt" im Sinne des Beweises (oder bei abstrakteren Dingen besser gesagt des Hinweises). Die Beweislast muss der Behauptende entgegenbringen. Der Gläubige wiederum glaubt absolut. Er behauptet, etwas wäre Realität, für das es weder Beweise noch Hinweise gibt und fordert vom Rest der Gemeinschaft dieses willkürliche Vergehen zu respektieren.
    Gut, ich würde es respektieren, wenn es nicht wie ein Damokles-Schwert über der freien Welt schweben würde. Religion macht mir Angst, weil sie uns lehrt, dass dummer Gehorsam eine Tugend ist.

    Dementsprechend besteht durchaus ein Unterschied zwischen wissenschaftlichem Glauben und religiösem Glauben. Dawkins bemüht ein sehr anschauliches Beispiel zu dieser Problematik:

    Nehmen wir an, jemand behauptet eine Teekanne aus chinesischem Porzellan würde in einer elliptischen Bahn um die Sonne kreisen. Niemand könnte diese These widerlegen, weil das Objekt zu klein ist, um es mit einem Teleskop erfassen zu können, dennoch erscheint uns diese These irgendwie absurd.

    Die Nicht-Existenz von etwas nachzuweisen ist generell unmöglich, es gibt nur Argumente die dafür oder dagegen sprechen - im Falle Gottes gibt es dutzende (wissenschaftliche wie philosophische), die gegen seine Existenz sprechen, und noch deutlich mehr die gegen Religion sprechen.

    Ich habe mich intensiv mit der Bibel auseinandergesetzt - allerdings zugegebenermaßen hauptsächlich über Sekundärliteratur, die aber stichhaltig mit Versnachweisen gearbeitet hat (Dawkins, Onfray etc.). Ich glaube über die Moralität des alten Testaments braucht kein Wort verloren zu werden, denn dieses auch nur im Ansatz moralisch zu bezeichnen ist ein zynischer Witz, der dem Joker alle Ehre gemacht hätte.
    Jesus ist eine andere Geschichte und man muss ihm zugute halten, dass er seiner Zeit weit voraus war und durchaus einen Platz in der Reihe antiker Philosophen verdient - Buddha übrigens auch.
    Doch auch das neue Testament ist durchsetzt mit blindem Glauben, Androhung von Höllenstrafen, Fanatismus, Weltuntergangsphantasien und letztendlich Widersprüchen durchsetzt. Und wenn wir die Freiheit haben uns die Passagen über Nächstenliebe, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit neben gewalttätigen und abergläubischen Stellen herauszupicken, warum sollte dieses Buch eine Grundlage für Moral sein?

    Die Bibel, die Tora und der Koran sind ohne Zweifel Weltliteratur und als diese sollten sie auch behandelt werden, denn sie stehen nicht über der Zeit in der sie entstanden, was allein schon für ihre menschliche Herkunft spricht.

    Welches Märchen könnte die Bibel ersetzen?

    Ich könnte dutzende Titel nennen, die ich sowohl literarisch als auch philosophisch und moralisch als besser beurteilen würde, aber das ist nur Ausdruck meines eigenen Geschmacks wie bei jeden Menschen. Sämtliche Formen der Kunst sind gleich zu behandeln, ihr Wert liegt im Blickwinkel des Betrachters deswegen gibt es Meinungs- und Kunstfreiheit.

    Moralisch gesehen: Wie wäre es mit der Menschenrechtskonvention, die gegen die Kirchen erkämpft wurden und die der Vatikan bis heute nicht ratifiziert hat?

    mfg LeO

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