Donnerstag, 29. November 2012

Unearthed

Sehr guter Sci-Fi-Kurzfilm! Auch wenn die Effekte etwas altbacken sein mögen, an der Gesamtkonzeption könnte sich so mancher Hollywoodfilm ein Beispiel nehmen. Liebevoll ausgearbeitet und absolut sehenswert!


Dienstag, 27. November 2012

Ein Tag mit Demeter


Blitzende Scheinwerfer vor einer Industriekulisse. Ilixsträucher und Buchsbaumhecken umrahmen kostbare Eigenheime.In den Gullideckeln und den Reflektorstreifen auf den Jacken der Müllmänner spiegelt sich das grelle Halogenlicht der Strassenbeleuchtung. In der Ferne über kahlen Baumkronen brechen die Wolken auf. Dunkles Grau, durchschimmernd mit azurblauem Himmel. Ein neuer Morgen im November.
Auch wenn der Dienstagmorgen dem Frühmittelalter und seinen gewalttätigen Bewohnern gewidmet ist, sind meine Gedanken im antiken Griechenland. In jener Zeit als Religion zwar allgegenwärtig war, aber nicht versuchte das Geschick der Menschen zu diktieren. Alle Ideen, alle Gedanken, alle Taten waren durch Götter beeinflusst. Sie waren die Erklärung, nicht die Einweisung. Abbilder der Menschen, ebenso jähzornig und zerstritten. Aus der Antike hat das Christentum vieles annektiert. Verfolgte wurden in Heiligtümern ebenso aufgenommen wie später in den Kirchen. Gewalt auf dem Temenos (dem Besitz der Gottheit) war ein Frevel gegen den jeweiligen Gott. Apollontempel standen für Weisheit. In Ihnen wurden Gesetzestexte veröffentlicht und Orakel gegeben. Asklepios heilte Krankheiten bevor es Jesus tat und überdauerte die Jahrtausende in Form von Aeskulapstab und hippokratischem Eid. Handwerker und Erfinder fanden ihr göttliches Ebenbild in Hephaistos. Er stellte die Rüstungen der Heroen her und war der Schutzpatron der Schmiede. Die manifestierte Zähmung des Feuers in der Metallurgie.
Die olympischen Spiele fanden zu Ehren des Zeus statt und es war selbstverständlich, dass niemand im Heiligtum von Olympia die Waffen gegen seinen Feind erhob. Egal welche Differenzen und Konflikte an anderer Stelle der Karte ausgetragen wurden.
Am Interessantesten jedoch ist Demeter. Die urtümliche Fruchtbarkeitsgöttin und Mutter der Persephone, welche von Hades entführt wurde. Sie war die einzige Göttin, die Tantalus Schwindel nicht erkannte. Sizilien, die Kornkammer der Antike, ist ihr Herrschaftsgebiet. Sie passt nicht in dieses Pantheon. Ihre Mythologische Abstammung von Kronos und Rheia deutet bereits an, dass sie einem viel älteren Kult entstammt. Oft wird sie auch mit Gaia, der Mutter Erde, gleichgesetzt. Eine Naturgöttin, die gibt und nimmt.
Es zeigt welche Vorteile der Polytheismus gegenüber dem Monotheismus hat. Er ist wandlungsfähig, muss sich nicht an Sätze aus einem Buch klammern. Das machte die religiöse Freiheit in der griechisch-römischen Antike aus. Die Existenz mehrere Götter entmachtet den Einzelnen, was dem Menschen die Wahl lässt.
Auch wenn man die Opferkultur vielleicht aus heutiger Sicht als primitiv ansehen kann, denke ich, dass unsere heutige Gesellschaft auf den vorgelegten Fußspuren der Antike geht. Man sieht es an der (sportlichen) Agonie und der Freiheit der Kunst. An Wettbewerben und Spiel.
Lange Rede kurzer Sinn: Endlich ist die Präsentation zum Demeter-Malophoros-Heiligtum in Selinunt fertig, jetzt nur noch am Donnerstag mit möglichst geringem Nervositätsspiegel vortragen und eine weitere Hürde im Semester ist geschafft:D

Donnerstag, 22. November 2012

Ein Schritt in Richtung Humanismus

Dieser Mann ist wahrscheinlich am Besten dazu geeignet zu erklären wie ich zur Religion stehe und warum ich sie kritisiere. Michael Schmidt-Salomon im Dialog, ohne das ihm dogmatische Dinosaurier ins Wort fallen. Das Video hat leider eine miserable Qualität und ist in drei Teile gebrochen, aber das spielt ja keine Rolle für seinen Inhalt;)


Dienstag, 20. November 2012

Fragment: Die Nacht


In der Nacht sehe ich die silberne Scheibe des Mondes, eingebettet in Wolken mit Splittern von Sternen. Verteilt über ein Firmament in blauschwarzer Nacht. Dort wo der Himmel die Erde trifft wogen die Wellen in einer zähen grauen Masse, sodass die Grenze verschwimmt.
Ich sitze am Feuer und wärme meine Hände, während ich dem Prasseln lausche und der Wind seine Geschichten über die See und die Insel hinausheult. Hinter mir ragen die zerklüfteten Klippen in die Höhe, Statuen der Uralten. Zeugen aus einer anderen Welt, auf deren rauer Haut unsere Schatten flackern wie in einem Puppentheater.
Es ist kühl aber nicht kalt. Ich blicke in die Weite der aschfahlen See soweit das Licht des Feuers reicht. Die Menschen haben die Dunkelheit seit jeher gefürchtet. Sie verbirgt die Realität und malt Trugbilder in die Nacht. Wie ein Magier, den man nicht sieht, verwandelt sie vertraute Gegenstände in etwas Fremdes. Mir fröstelt und ich wärme mich am Feuer. Es vertreibt die Geister. Der älteste Freund des Menschen.

Sonntag, 18. November 2012

Jurassic Lark

Atheisten um Seth Andrews besuchen das Kreationismus-Museum in Kentucky. Leider keine deutsche Synchronisation, aber ich denke die Bilder zeigen deutlich wie gefährlich diese Einrichtung und die Ideen dahinter sind. Wenn diese christlichen Fundamentalisten jemals an die Macht kommen, wird es uns nicht besser ergehen als unter der islamischen Scharia (oder sogar schlimmer, schließlich sieht das islamische Recht zumindest eine Existenzberechtigung für Ungläubige vor, wie auch immer die aussehen mag). Mit dem Unterschied, das der Islam öffentlich kritisiert wird und die Probleme im Christentum totgeschwiegen werden. Jeder redet von den Verbrechen des Nationalsozialismus (Hitler war Katholik)  und des Stalinismus ("böse Kommunisten!"), aber keiner (ernsthaft) von denen, die die Kirche begangen hat, obwohl die Liste sehr lang ist. Wenn man etwas verdrängt, riskiert man, dass es vergessen wird. Wenn etwas vergessen wird, riskiert man, dass es wieder geschieht.
Gehorsamkeit vor Intelligenz, modelliert mit Gehirnwäsche und Dinosauriern.




Donnerstag, 15. November 2012

Cloud Atlas

Hört sich sehr vielversprechend an. Ungewöhnlicher Stil, interessante Geschichte. Ich bin gespannt;)




Dienstag, 13. November 2012

Menschen werden immer dümmer?


Der Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree von der kalifornischen Stanford University habe eine gewagte These aufgestellt. Nach seiner Argumentation würden die Menschen genetisch bedingt dümmer, weil sich durch den sesshaften Lebensstil und die Bildung einer Gemeinschaft, die den einzelnen stützt, auch die Intelligenz beeinträchtigende Mutationen im Genpool halten könnten und dementsprechend weiter vererbt würden. Der Selektionsdruck werde ausgehebelt.
Offensichtlich ist er sich der geistigen Sprengkraft dieser Aussage bewusst gewesen und hat die Bombe direkt ein wenig entschärft, indem er sie relativierte. Schließlich würde er gern in dieser Gesellschaft leben und es würde nicht nur Nachteile bringen und letztendlich seien auch große Teile der Intelligenz nicht genetisch bedingt, sondern durch Erziehung und Bildung geprägt. Damit ist er zwar haarscharf an rechtem Gedankengut vorbeigeschlittert, ist sich dessen aber noch rechtzeitig bewusst geworden und hat die Bremse durchgetreten. Darwinismus ist ein Naturgesetz, das unsere biologische Entstehung erklärt und kann (und sollte) nicht auf die Gesellschaft übertragen werden, sonst landen wir per Rückkopplung schnell wieder im 20. Jahrhundert, dessen Spitzen jedem gebildeten Menschen bekannt sein sollten.
Das Gedankenspiel ist allerdings interessant. Seine Behauptung veranschaulicht Crabtree am Beispiel eines Jägers, der stirbt, wenn er sich nicht rechtzeitig um gewisse Dinge (Nahrungsbeschaffung, Obdacht, Verteidigung, etc.) kümmert. Der postmoderne Banker wiederum versemmelt durch Spekulationsgeschäfte Milliarden, wird zwar entlassen, bekommt aber trotzdem eine Abfindung mit durchschnittlich sechs Nullen hinter dem Komma.
 Einerseits zeugt der Vergleich des Jägers und Sammlers mit dem gescheiterten Banker von einem gewissen Grad an trocken-akademischen Humor. Andererseits, wenn die These auch gewagt scheint, enthält sie doch einen Kern Wahrheit in einem Mantel aus Sozialkritik. Unsere industrialisierte Gesellschaft ist entwöhnt von der Sorge um die essentiellen Bedürfnisse des Körpers. Sie werden als selbstverständlich hingenommen und kaum noch gewürdigt. Diese Gleichgültigkeit findet ihren Gipfel in halb gefüllten Pommesschachteln am Straßenrand, an denen nur noch Tauben herumpicken, und in mit Schlössern gesicherten Abfallcontainern, in denen Supermarktketten wöchentlich (auf dem Etikett) abgelaufene Ware vor Munddieben wegschließen, damit sie in Ruhe faulen kann und der Inhaber weiter die Kassen klingeln hört. Diese Praktik wäre nicht pervers, wenn auf der anderen Seite des Globus Menschen nicht wegen unserer Dekadenz hungern müssten (Zur Problematik von Fleischkonsum und Biotreibstoff habe ich mich ja bereits früher ausgelassen).
Was tut man also, wenn man sich de facto nicht mehr um das eigene Überleben kümmern muss? Man widmet seine Sorgen und vor allem seinen Zorn Dingen, die bei näherer, logischer Betrachtung belanglos und nichtig erscheinen.
Immer wieder gern zur Ablenkung genutzt wird die zivilisatorisch bedingte Krankheit der Hysterie. Sei diese religiös oder ideologisch motiviert, durch Lebensmittelskandale bedingt oder die angebliche nächste "Superkatastrophe" verursacht.
Ich glaube das Problem ist nicht, dass die Menschen immer dümmer werden (schon gar nicht oder nicht hauptsächlich genetisch bedingt), sondern ihr Potenzial sich stärker dreister selbst zu betrügen und ihre Intelligenz zugunsten der mit der Verdrängung einhergehenden Lüge nicht nutzen. Das ist allerdings keine Erfindung der Neuzeit. Schon im ersten Kapitel des alten Testaments wird im Garten Eden die Dummheit und der Gehorsam Adams über die Intelligenz und Neugierde Evas gestellt. Die verblüffende Eindeutigkeit dieses Bilds im Nutzen für die jeweilige herrschende Klasse stößt auch 5000 Jahre nach dessen Entstehung immer noch auf Widerstand.

http://www.stern.de/wissen/mensch/gewagte-these-die-menschen-werden-immer-duemmer-1925602.html?srtest=1

Donnerstag, 8. November 2012

Obama for President

Die Wahlen in den USA sind vorbei. Auch wenn Mitt Romney es zeitweilig nicht einsehen wollte, Obama bleibt Präsident und das ist auch gut so. Allerdings muss der amtierende und neue Präsident nun umso mehr beweisen, dass er das Land verändern und die Spaltung zwischen Demokraten und Republikaner überwinden kann. Das scheint mir, seine wichtigste Aufgabe zu sein, denn das Scheitern im ersten Anlauf machte ihn gleichzeitig in allen anderen Zielen handlungsunfähig. Salopp gesagt geht es darum, die Dummheit und Ignoranz der republikanischen Partei zu überwinden. Das ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg von Obamas "Yes we can" und somit auch für ein künftig noch existentes Amerika. Witzfiguren wie Romney, die mit Polemik nicht mit Argumenten hantieren und nur durch Rhetorik und Enttäuschung punkten können, haben diesem Land (und der Welt) genug geschadet.
Hoffen wir, dass Obama die weiteren vier Jahre die ihm gegeben sind, effektiv nutzt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-demografischer-wandel-ermoeglicht-obamas-sieg-a-865998.html

Dienstag, 6. November 2012

Philipp Möller vs. Religion


Unsere heutige Gesellschaft wurde gegen Religion erkämpft und  fußt keinesfalls auf christlichen Werten. Der Schritt zum Atheisten ist leicht, wenn man sich die Lächerlichkeit einiger religiöser Argumente einfach mal vor Augen führt, anstatt sie auszublenden. Gott ist eine Droge, ein spiritueller Wunschtraum des Menschen und Ausdruck der Sehnsucht nach einer höheren Bedeutung. Götter und Propheten sind in der Welt daher seit jeher überflüssig, da das angebliche Wissen um das Leben nach dem Tod de facto eine dreiste Lüge ist, die leider immer noch viel zu viele Menschen als Wahrheit hinnehmen, anstatt zu hinterfragen. In bin ebenfalls der Meinung, dass wir Bibel, Koran und Thora zu den Märchenbüchern ins Regal stellen und anfangen sollten mithilfe der Dreieinigkeit von Wissenschaft, Philosophie und Kunst an unserer Gesellschaft zu arbeiten. Dann braucht man sich den Tod nicht schön zu reden, sondern kann ihn als Teil der Natur hinnehmen und das Leben stattdessen genießen und die gegebene Zeit nicht mit sinnlosen Ritualen verschwenden.


Genial wahr, wenn auch polemisch. Im Stil Michel Onfrays;) 

Sonntag, 4. November 2012

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wetterphänomene haben wie ich finde eine ganz besondere Anziehungskraft. Regenbogen über Baukau - Heute Nachmittag




Samstag, 3. November 2012

Sand


Die Zeit ist wie eine Wüste. Ereignisse, die sich wie Dünenkämme den Horizont entlang ziehen. Aufgeschichtete Sandkörner, milliardenfach und unkontrollierbar, bilden neue Formen. Kunstwerke geschaffen von Naturgewalten. Berge, die das Potenzial besitzen Dörfer und Städte zu begraben und doch verweht werden als hätten sie niemals existiert.
Wo sie verschwinden offenbaren sie Geheimnisse, zeigen, was sie verschlungen haben. Geschliffene Kalksteinrippen, bizarre Felsen, Höhlen aus lang vergangener Zeit. Verborgen in der Masse aus Sandkörnern, die sie konservierte. Die Wüste ist ein Ort, der ständig in Bewegung ist wie das Wasser, das ihr fehlt, vom Wind geformt und vorangetrieben.
Der Sand rieselt mir aus der Hand. Nichts bliebt. Ich kann ihn nicht halten. Die Sonne brennt mir auf dem Nacken, dörrt mich aus, dennoch kann ich mich dem Zauber nicht entziehen. Dieser Ort ist magisch. In seiner Unvollkommenheit vollkommen. In seiner Lebensfeindlichkeit lebendig. Jenseits von Sinnfragen.