Mittwoch, 26. September 2012

Ein kleines bisschen Blasphemie ...


Nachdem ich heute wieder schmunzelnd einige Artikel im Spiegel gelesen habe, widme ich mich nach dreitägiger Pause mal wieder meinem Lieblingsthema. Blasphemie sollte jedem erlaubt sein, denn Satire ist wichtig. Sie kittet die Gesellschaft an den lecken Stellen und reißt Tapeten ab , um den Hausbesitzern zu zeigen wie verschimmelt die Wand dahinter ist und die Augen für eine Sanierung zu öffnen. Es darf nicht in dumpfe Beleidigung ausarten wie bei dem Mohammed-Schmähfilm, aber die Regierungen dürfen sich radikalen Islamisten auch nicht einfach so beugen. Genauso wenig wie sie sich vor anderen Religionen beugen sollten.
beleidigender Schmähfilm: Nein, Mohammedkarrikaturen: Ja.


Das Labyrinth


Welchen Sinn hat dieses Leben?

fragte ich mich einst.

Weder Plan noch Sinn erkennbar gegeben,

einem Labyrinthe gleich.




Ging zum Pfarrer hin,

unterm Kreuz des Christus aufgenommen.

Der erzählte mir von Gott und Vergebung,

ruhig und besonnen,

als ob die Antwort auf Alles liege in eines Gottes Hand.

Jesus verbrannte auf den Scheiterhaufen,

schwitzte in den Folterkammern,

brannte mit dem Wissen und dem Geiste der Antike,

Sein Blut tränkte mehr als 1000 Jahre,

Gerettet in der Moderne?

Sehe Evangelikale Kinderhirne waschen,

Sehe Aids und Tod in Afrika in des Papstes Namen,

Gottes Sohn längst gestorben, verrottet mit der Moral in alten Worten.




Ging zum Imam hin,

unterm arabischen Halbmond aufgenommen.

Der erzählte mir von Gott und Paradies.

Ketten für das Jetzt, im Himmel Freiheit

durch Leugnung der Dämonen

mit Allah in Ewigkeit.

Edles Ziel, falsche Tat,

Der Kerker macht sie nur stärker,

gibt ihnen neue Formen.

Ich sehe Flugzeuge in Häuser stürzen, Frauen hinter Schleiern weinen.

Bomben hallen, Hass auf den Straßen brennen.

An den Fanatismus verloren,

Gott hat den größten aller Dämonen geboren.




Ging zum Rabbiner hin,

unterm Davidsstern aufgenommen.

Der erzählte mir von Gott und Unterdrückung

Auge um Auge, Zahn um Zahn,

altes Dogma, lange Tradition.

Israel will leben, muss kämpfen für sein Recht!

Die Verbrechen der Vergangenheit,

durch Nazis, Christen, Muslime begangen,

grausam, schrecklich,

haben getrübt die Sicht,

versteinert das Herz,

wie das des Golems - der einst gebannt,

hallen nach in der Härte Klang.




So schön sie reden können,

- Alte Worte neu aufgeladen.

nie werden sie das Labyrinth ergründen,

denn wie wollen sie das Geheimnis kennen?

Wie wollen sie wissen zu wissen?

Sie treten ein ins Labyrinth,

bleiben ängstlich stehen,

Bibel, Koran, Tora in der Hand,

begleitet von den Schatten Heuchelei und Gewalt

Ungesehen von ihren Augen, brennend vor meinen

Sie wollen nicht sehen, also Ignorieren, Leugnen.

um in die Ketten des Glaubens (sich) zu zwingen.




Habe einmal einen Clown getroffen.

Rote Nase, dunkle Augenringe,

erzählte Witze,

grinsend, kichernd,

kannte keine Grenzen,

Spiegel der Welt.

In mein Abbild, ich sah verbittert.

Nicht glauben können,

nicht mehr flüchten in die heile Welt des Trugs,

offenbart die wahre Fratze, kein Weg zurück.

Einmal rein gesehen, der düstre Schleier fällt.

Suche nach Wahrheit in einer Welt, gebaut aus Lügen.

Doch gestärkt ging ich daraus empor.




Am Strand wandere ich nun,

das Meer dunkel, wunderschön,

der Wind frisch und stark.

In der Ferne liegt ein Nebelfeld,

Kann nicht ahnen wie weit,

Kann nicht ahnen wie tief der Ozean.

Doch nach dort draußen muss ich gerade.

Schätze heben, Monster töten, Weisheit suchen

jenseits der vertrauten Gestade.



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